Lili Marleen

 BRD 1980
Drama, Independent, Biografie 120 min.
7.20
Lili Marleen

R.W. Fassbinders Großproduktion über das Leben der Lale Andersen zeigt die Unmöglichkeit eines unschuldigen Privatlebens in Zeiten politischer Korruption.

Während ihr Geliebter, ein aus gut bürgerlichem Hause stammender Jude, im Untergrund lebt, steigt die Barsängerin Wilkie (Hanna Schygulla) als Interpretin des populären "Lili Marleen" - Schlagers zum Star der nationalsozialistischen Unterhaltungsindustrie auf. Liebe und Karriere werden am Ende gleichermassen durch die Politik zerstört.

Eine der aufwendigsten deutschen Nachkriegsproduktionen, deutlich erkennbar am Kompromiss Fassbinders mit der Industrie und (laut Alexander Kluge) ein "Bewerbungsschuss" Richtung Hollywood.

(Text: Einhorn Film)

Details

Hanna Schygulla, Giancarlo Giannini, Mel Ferrer, Karl-Heinz von Hassel, Hark Bohm, Gottfried John, Karin Baal, u.a.
Rainer Werner Fassbinder
Peer Raben
Michael Ballhaus, Xaver Schwarzenberger
Reiner Werner Fassbinder, Manfred Purzer, Joshua Sinclair, nach einem Roman von Lale Andersen

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Lilis Liebeserklärung
    Es ist wohl Fassbinders spannendster Film, den er bis in kleine Nebenrollen mit den Größen des deutschen Films besetzen konnte. Die Altstars der Heimatfilme sind hier ebenso zu sehen, wie welche aus Hollywood. Der Meister selbst hatte in echter Hitchcock-Manier auch einen kurzen Auftritt. Es ist Fassbinder“ at his best“.
    Die Handlung ist im 2. Weltkrieg angesiedelt: ein jüdischer Pianist, der im Untergrund von der Schweiz aus gegen die Nazis agiert verliebt sich in eine Sängerin, die mit dem Titellied Karriere macht und bei den Nazis ein und aus geht.
    Mit beeindruckenden schnellen Schnitten verknüpft er geschickt mehrere Handlungsstränge miteinander z.B. den Song mit Kriegsszenen oder einer Massenschlägerei. Titelheldin Hanna Schygulla ist hier so sexy wie selten und dazu singt sie auch noch – gar nicht mal schlecht.
    Das Problem: Künstler werden ohne ihr Zutun vor den mörderischen Karren des Nationalsozialismus gespannt. Sie sind keine Mitläufer, wollen nur Anerkennung und Ruhm. Die Frage ist: wie weit geben sie dem Druck des totalitären Systems nach? Bis zur Selbstaufgabe? Bis zu einem Karriereende? Bis zur Aufgabe ihrer großen Liebe? Dies beantwortet Fassbinder im Verlauf des Films und findet am Ende eine geniale, beeindruckende Antwort.