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03/09/2022

"Queenpins": Die wahre Geschichte hinter der Betrüger-Comedy

Die aberwitzige Comedy mit Kristen Bell als Gutschein-Betrügerin ist vom echten Leben inspiriert – wie die meisten schrägen Stories.

von Manuel Simbürger

Wenn wir mit Einkaufsmarkerl einige Euro sparen können, fühlen wir uns schnell mal wie Königinnen und Könige, die niemand vom Sparefroh-Thron stoßen kann. Dieses erhabene Gefühl kennen wir alle.

Kristen Bell und Kirby Howell-Baptiste werden in der Comedy "Queenpins" aber tatsächlich, wie der Name schon sagt, zu Coupon-Königinnen. Oder eher: Gaunerinnen. Denn als gelangweilte und frustrierte Hausfrauen entscheiden sie, ihr Hobby, das Coupon-Sammeln, zur Gaunerei zu machen, was in einer 40 Millionen schweren Fälschungs-Betrügerei endet, die dutzende Megakonzernen schadete.

So verrückt es klingt, so wahr ist es: Denn "Queenpins" basiert auf realen Ereignissen. Das Leben schreibt also nach wie vor die besten Geschichten.

Die wahre Geschichte hinter "Queenpins"

In Wirklichkeit waren es gleich drei Frauen, die zahlreiche Supermärkte übers Ohr hauten: Robin Ramirez (40, die Anführerin), Marilyn Johnson (54) und Amiko "Amy" Fountain (42). Der "Coupon"-Ring sammelte Gutscheine und Rabattmarkerl und schickte sie ins Ausland, um sie dort zigfach zu reproduzieren, also zu fälschen. Die Fake-Gutscheine sahen täuschend echt aus. 

Anschließend verkauften die Damen die gefälschten Coupons auf Websites wie eBay oder auf ihrer ganz persönlichen Website (die es mittlerweile natürlich nicht mehr gibt). Die Gutscheine versprachen Preisrabatte oder sogar kostenlose Artikel.

Der Clou daran: Beispielsweise konnte, wie "Screenrant" erklärt, ein 1-US-Dollar-Rabatt-Coupon für Chips in einen Gutschein für kostenloses Hundefutter im Wert von 50 US-Dollar umgewandelt werden. Zudem garantierten die Frauen eine hundertprozentige Retourenquote, wenn ein Shop einen ihrer Coupons ablehnen würde. KundInnen wunderten sich zwar über diese schier unrealistischen Schnäppchen, wollten ihr Glück aber auch nicht näher hinterfragen. 

FBI ließ den "Coupon-Ring" auffliegen

Der Betrug flog auf, als rund 40 Geschäfte, darunter riesengroße Unternehmen, Beschwerden über möglichen Betrug einreichten. Das FBI ging dem nach und konnte den "Coupon-Ring" bis nach Phoenix zurückverfolgen. Mithilfe von Undercover-Coupon-KäuferInnen konnte das FBI und die örtliche Polizei Ramirez, Johnson und Fountain 2012 schließlich überführen und dingfest machen – Razzia inklusive.

Insgesamt 40 Millionen US-Dollar hatten die Damen erbeutet und sich somit regelrecht ein Coupon-Imperium errichtet. Das Geld wurde auf zwölf verschiedene Bankkonten verteilt, um nicht zu viel Aufsehen zu erregen. Bei den mehrwöchigen Ermittlungen konnte festgestellt werden, dass Ramirez ihre Fälschungs-Aktivitäten bereits 2007 begann. Während ihrer Jahre als "Queenpins" lebten die drei Damen im Luxus. 

Der Ring benutzte eine Reihe von zwölf verschiedenen Bankkonten, um sein Geld zu speichern. Ein Konto hatte mehr als 2 Millionen Dollar. Die Behörden verfolgten schließlich die Aktivitäten von Ramirez bis ins Jahr 2007 zurück.

Gefängnis für die Coupon-Queens

Alle drei Frauen gaben ihre Taten nach ihrer Verhaftung zu. Sie bekannten sich der Fälschung, Ramirez obendrein auch des Betrugs und der Führung eines illegalen Unternehmens schuldig. Dementsprechend unterschiedlich fielen auch die Strafen aus: Ramirez wurde zu zwei Jahren Gefängnis und sieben Jahren Bewährung verurteilt, ihre Freundinnen kamen mit drei Jahren Bewährung davon.

Dem Unternehmen, das die Untersuchung einleitete, mussten sie den von ihnen angerichteten Schaden von mehr als 1,2 Millionen US-Dollar zurückzahlen. Die anderen Geschäfte hingegen konnten nicht lückenlos nachweisen, dass ihre Produkte tatsächlich vom Betrug betroffen waren, schauten finanziell also durch die Finger. Schätzungen zufolge kosteten die "Queenpins" den Unternehmen mehrere hunderte Millionen US-Dollar Gewinn.

"Queenpins" kannst du auf Amazon Prime ausleihen oder kaufen (bitte ohne Fake-Gutscheine!). Hier geht's zum Film!

 

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