© The Coproduction Office

Viennale-Filmtipps
10/17/2019

Viennale: Frauenpower am Eröffnungswochenende

Am 19. Oktober beginnt der Viennale Ticketvorverkauf. Wir stellen Euch drei Highlights des Eröffnungswochenendes vor.

von Oezguer Anil

In den letzten Jahren wurde der Ruf nach Gleichberechtigung von Frauen in der Filmbranche immer lauter. Neben der Kritik an Hollywoods Umgang mit weiblichen Talenten wurde auch die geringe Anzahl von Regisseurinnen in den Wettbewerben europäischer Filmfestivals bemängelt. Heuer stehen am Eröffnungswochnende neben dem Eröffnungsfilm zwei weitere fantastische Arbeiten von Frauen am Programm.

"Portrait einer jungen Frau in Flammen" - Liebesdrama

Das Festival wird mit Celine Sciamas Historienfilm eröffnet. In feinkomponierten Bildern erzählt sie die Geschichte von Marianne, einer Künstlerin die beauftragt wird ein Portrait der Tochter einer verwitweten Gräfin zu malen. Das 1770 in der Bretagne angesiedelte Drama besticht neben spannenden philosophischen Fragen über Subjektivität in der Kunst auch durch zwei starke Hauptdarstellerinnen. Die französische Regisseurin wurde für das packende Kammerspiel mit dem Preis für das beste Drehbuch in Cannes ausgezeichnet. „Portrait einer jungen Frau in Flammen“ ist nach der Eröffnungsgala am 24.10 um 23 Uhr und am 25.10 um 12:30 im Gartenbaukino zu sehen.

"Little Joe" - Sci-Fi Drama

Little Joe“ ist das englischsprachige Debüt von Jessica Hausner. Die österreichische Regisseurin ist schon seit ihren Kurzfilmen ein Stammgast bei den Filmfestspielen von Cannes, aber schaffte es nun erstmals einen Platz im Wettbewerb zu ergattern. Eine Pflanze, die einen glücklich macht, wenn man sich intensiv um sie kümmert, bildet hier den Rahmen für einen facettenreichen Diskurs über Eltern-Kind-Beziehungen, die Kehrseiten von technischen Innovationen und die Schwierigkeiten menschlicher Kommunikation. Das Science Fiction-Drama vereint große Themen mit einer spielerischen Leichtigkeit, die nie in Banalität kippt, sondern stets auf die Partizipation des Publikums abzielt. Durch geschickte Auslassungen bewegt sich Hausners fünfter Film auf einem schmalen Grat zwischen Realität und Fantasie, weshalb hier unterschiedlichste Interpretationen der Handlung nicht nur möglich, sondern gewollt sind. „Little Joe“ wird in Anwesenheit der Regisseurin am 26.10 um 20:15 und am 27.10 um 12 Uhr im Gartenbaukino gezeigt.

"Booksmart" - Teeniekomödie

Wer glaubt, dass Teeniekomödien nichts auf einem Filmfestival zu suchen haben, der wird mit „Booksmart“ eines Besseren belehrt. Das Regiedebüt von Schauspielerin Olivia Wilde umkurvt gekonnt die gängigen Genreklischees und etabliert von der ersten Sekunde an seinen ausgefallenen Erzählstil. Wir begleiten die Außenseiterinnen Amy und Molly an ihrem letzten Tag vor ihrer Schulabschlussfeier. Die beiden Freundinnen haben sich in den letzten Jahren hauptsächlich mit ihrem Schulstoff statt mit ihren Mitschülern beschäftigt und wollen es an ihrem letzten Abend als Schülerinnen so richtig krachen lassen. Das fantastische Drehbuch liefert Pointen im Minutentakt und haucht dem am Ende der 90er abgeflachten Genre wieder neues Leben ein.

Mit einem Ticket für einen dieser drei Filme ist ein gelungener Viennale-Auftakt garantiert!

In Jessica Hausners englischsprachigem Film löst eine zinnoberrote Blume seltsame Veränderungen im Leben einer Mutter aus.