Was vom Tage übrig blieb

 GB/USA 1993

The Remains of the Day

Drama, Romanze, Kultfilme 134 min.
7.90
film.at poster

Ein brillianter Film überb eine verhinderte Romanze und die Mechanismen der Beziehungen zwischen den Leuten "zu ebner Erde und im ersten Stock" in einem guten englischen Haus.

Auf einer Autofahrt durchs England der Nachkriegszeit wird der alternde Butler Stevens (Anthony Hopkins) von Erinnerungen überflutet: An Lord Darlington (James Fox), dem er treu ergeben war und der nach dem Krieg als Verräter verurteilt wurde; an die von ihm heimlich verehrte Haushälterin Miss Kenton (Emma Thompson), die aus Resignation einen anderen heiratete; an den prächtigen Landsitz Darlington Hall, wo sich die Reichen und Mächtigen zu treffen pflegten und wo die "Appeasementpolitik" gegenüber Nazi-Deutschland Gestalt annahm ...

Nach "Wiedersehen in Howard's End" (1992) arbeitet Ivory in seinem neuen Melodram erneut mit Emma Thompson und Anthony Hopkins. Auch das Thema - das spätviktorianische England, welches seine Unmenschlichkeit und Grausamkeit hinter Anstandsregeln und verinnerlichter Knechtschaft verschleiert - beschäftigt Ivory spätestens seit seinem Film "Zimmer mit Aussicht" (1985). (arte)

Details

Anthony Hopkins, Emma Thompson, Christopher Reeve, Caroline Hunt, James Fox, Peter Vaughan, Ben Chaplin, Hugh Grant u.a.
James Ivory
Ruth Prawer Jhabvala, nach Kazuo Ishiguro

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Nichts blieb übrig
    ’Der Abend ist der schönste Teil des Tages’, sagt Miss Kenton (ganz toll Emma Thompson) und auch ihr Lebensabend hätte es sein können. Nicht so bei der großen unerfüllten Liebes zwischen ihr und dem Butler Stevens (ebenso beeindruckend Anthony Hopkins). Mit einfühlsamer Kamera und wunderbar sensiblen Darstellern in einem adligen Ambiente ist James Ivory ein Wahnsinnswurf gelungen. Es geht hier um Stil und das ist das formgebende Gestaltungselement. Neben dem Hauptteil der Handlung gibt es noch ein Vater – Sohn Problem unter Butlern, und die geistige Nähe des englischen Adels zu den Nationalsozialisten wird ebenfalls thematisiert. Man bleibt nicht ungerührt, wenn man mit ansieht, wie Stevens sich keine echten Gefühle gestattet und an seinem persönlichen Glück vorbeisegelt. Ein Denkmal für eine untergegangene Generation von Domestiken, die ihre einzige Lebensaufgabe darin sahen, völlig selbstlos der Herrschaft zu dienen.