Bis ans Ende der Welt

 Aus/D/F 1991
Independent, Science Fiction, Roadmovie 280 min.
Bis ans Ende der Welt

Unter der Bedrohung eines bevorstehenden Weltuntergangs schließt sich eine junge Frau einem mysteriösen Fremden an, der auf der Flucht vor dem FBI eine scheinbar planlose Reise um die Welt unternimmt.

In der nahen Zukunft (zur Entstehungszeit des Films!) nämlich im Jahr 1999 trudelt ein ausser Kontrolle geratener Nuklearsatellit auf die Erde zu. Unter dem Schatten einer drohenden Katastrophe dreht die junge Frau Claire (Solveig Dommartin) ihrem langweiliges Leben den Rücken zu, um in einer nicht ganz legalen Mission nach Paris zu fahren. Sie trifft den geheimnisvollen Fremden Sam Farber (William Hurt), der sich ihr unter falschen Namen vorstellt, und der angeblich vom FBI verfolgt wird.

Für beide beginnt eine Reise ohne Plan und Ziel. Von Venedig und Paris geht es über San Francisco und Ostasien schließlich nach Australien. Hier enthüllt sich die Mission des Fremden. Sein Vater (Max von Sydow), der sich in der australischenn Wildnis niedergelassen hat, ist der Erfinder einer Vorrichtung, mittels der man Träume und Visionen aufzeichnen und vor allem auch für Blinde sichtbar machen kann. Auf der Suche nach Material, verfolgt von Mächten, die das Gerät in ihre eigenen Hände bekommen möchten, hat sich Sam auf die Reise um die Welt gemacht, um die Auifzeichnungen schließlich seiner blinden Mutter (Jeanne Moreau) zugänglich zu machen.

Bis ans Ende der Welt beginnt als Science-Fiction Film, wendet sich mittendrin zum Thriller und Road-Movie, um schließlich in eine mystischen Betrachtung über Technik und Wahrnehmung überzublenden. Nicht ohne Grund lebt und wirkt Henry Farber, der Erfinder ausgeklügelter Hightech-Geräte, ausgerechnet im australische Outback, dem Reich der Traumzeiten, in einer Gesellschaft der mündlichen tradierten Mythen.

Details

Solveig Dommartin, Pietro Falcone, Enzo Rurrin, Chick Ortega, Eddy Mitchell, William Hurt, Sam Neill, Ernes Berk, Jeanne Moreau, Max von Sydow, David Byrne u.a.
Wim Wenders
Graeme Revell
Robby Müller
Peter Carey, Solveig Dommartin, Wim Wenders

Kritiken

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User Kritiken

  • Grenzwertig
    Im Zentrum dieses Roadmovies steht Claire (Solveig Dommartin), obwohl sie eigentlich nicht die Wichtigste unter den Hauptpersonen ist. Sie umkreisen auf dieser Welttournee, die u.a. über Paris und Berlin, den USA bis nach Australien führt, drei Männer. Der anfangs Noch-Geliebte Eugene (Sam Neill), der Verständnisvolle, der schreibt und komponiert, dann ein Herr Winter (Rüdiger Vogler), ein geschäftstüchtiger Detektiv und der eigentliche Anti-Held Sam Farber (William Hurt), der auf der Flucht und gleichzeitig auf der Jagd ist, wegen eines technischen Wunderwerks, dass sein Vater Henry (Max von Sydow) entwickelt hat. Mit dessen Hilfe können Gedanken und Träume digital sichtbar gemacht werden. Alles geschieht für Mutter Edith (Jeanne Moreau). Sie blind ist. Inhaltlich kommen noch ein Liebesfilm und ein Familiendrama hinzu. Das Ende geht dann in Richtung Märchen. Nicht zu vergessen, dass hier der Erde so ganz nebenbei eine Nuklearkatastrophe droht. Da ist ganz schön viel drin. So ist es verständlich, dass der Film über 4 Stunden dauert.
    Und dann hängt Wenders noch einen Epilog dran. Weil die Menschen nur noch auf ihre Träume und visualisierten Erinnerungen fixiert sind, verwahrlosen sie äußerlich (‘Wir sehen den Gott in uns!‘). Sie leiden an Realitätsverlust und Vereinsamung, manche verlieren bisweilen sogar den Verstand. (Claire: ‘Mein Herz ist tot.‘). Zur Verdeutlichung seiner Idee reicht Wenders noch eine Anlehnung an das Johannisevangelium nach ‘Am Anfang war das Wort, am Ende das Bild.‘
    Eine erschütternde Vision, inhaltlich überladen, technisch brilliant inszeniert. Es ist Wim Wenders anspruchsvollster Film: gedanklich und physisch.