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07/18/2022

"The Immaculate Room"-Trailer: Sci-Fi-Kammerspiel mit Kate Bosworth

Kate Bosworth und Emile Hirsch lassen sich in einen futuristischen Raum sperren – und verlieren mehr und mehr ihren Verstand.

von Manuel Simbürger

Spätestens seit Corona wissen wir: Beinahe das gesamte Leben kann sich in den eigenen vier Wänden abspielen. Hollywood machte sich dies aber schon lange vor der Pandemie zunutze und kreierte, basierend auf dem Kammerspiel des Theaters, das Genre der Kammerspiel-Filme. 

Nur ein einziger Ort dient als beengter Spielraum, das Eingesperrt-Sein ist das Mittel für die Kunst und zwingt die ProtagonistInnen, sich miteinander und vor allem mit sich selbst zu beschäftigen. Gefühle schlagen bekanntlich dann die größten Wellen, wenn sie keine Möglichkeit zur Flucht haben. Zudem liegt der Fokus auf den Dialogen und somit auch unvermeidlich auf der Darstellungskunst des Casts. Kurz: Kammerspiele sind effektive emotionale Filmgemälde, eindringlich und zeitlos zugleich. 

Zwar sind die meisten Kammerspiel-Filme sehr naturalistisch, aber manchmal bedient sich auch das Sci-Fi-Genre dieser besonderen Erzählweise. Der neue Film "The Immculate Room" mit Kate Bosworth und Emile Hirsch ist so ein Beispiel – und hier ist der Trailer:

Darum geht's in "The Immculate Room"

Mike (Hirsch) und Kate (Bosworth), ein scheinbar perfektes Pärchen, können ihr Glück kaum fassen: Ihnen werden fünf Millionen US-Dollar angeboten. Natürlich hat das Geschenk einen Haken, aber der scheint leicht verdaulich zu sein: Die beiden müssen bloß 50 Tage lang in einem vollkommen isolierten, elegant-makellosen und futuristischen Raum verbringen.

Der ist zwar nicht besonders gemütlich, denn Möbel gibt es nur spärlich und Nahrung wird in seltsamen Kantons übermittelt, aber was soll's, es gibt Schlimmeres. Und wer wünscht es sich nicht, einmal vollkommen abgeschirmt von der Außenwelt die Seele baumeln zu lassen und sich ungestört sich selbst und dem/der geliebten PartnerIn widmen zu können?

Doch natürlich ist nie etwas so, wie es scheint, schon gar nicht in Filmen: Denn dieses ohnehin sehr seltsame Experiment verwandelt sich schon bald in ein dichtes Netz aus Misstrauen, Verwirrung, Schrecken und Zweifel an der menschlichen Ratio, als ohne Erklärung erstens eine Waffe und zweitens eine mysteriöse, wunderschöne Frau (Ashley Greene) auftaucht. Was geht in diesem "unbefleckten Raum" tatsächlich vor?

Im Sci-Fi-Psychothriller von Mukunda Michael Dewil ("Vehicle 19") verschwimmt die Grenze zwischen Realität und Wahnvorstellungen immer mehr, zumindest im Trailer wird der/die ZuschauerIn sofort von der Klaustrophobie und der Panik der ProtagonistInnen angesteckt. Nach unzähligen Lockdowns wirkt der eigentlich sehr futuristische Film zudem unangenehm aktuell, was noch zusätzlich zum Schrecken beiträgt.

Unserer Meinung nach erwartet uns mit "The Immaculate Room" ein packender und erotisch angehauchter Psychotrip, der sich nach und nach in eine soziologische Studie des Grauens über Beziehung, Vertrauen und Einsamkeit verwandelt – und der hoffentlich sein Potenzial mehr ausschöpft als der ähnliche Film "Passengers" von 2016 ...
 

In den USA startet "The Immculate Room" am 19. August im Kino und als Video-on-Demand. Wann und wo er bei uns zu sehen sein wird, weiß man leider noch nicht. Wir halten euch auf dem Laufenden.

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