Renée Stobrawa

Das Struwwelpeter-Buch ist lebendig geworden. Alle Figuren tanzen aus dem Buch hervor. Der Struwwelpeter, der Daumenlutscher, der böse Friedrich, Paulinchen... Alle sind sie da, genau in der Kostümierung und den Dekorationen wie im Bilderbuch. Aus den originalgetreuen Standbildern des Buches entwickeln sich die einzelnen Geschichten, farbig-tänzerisch gestaltet von Mitgliedern der städtischen Oper Berlin und der Ballettschule Hess. Sieh einmal, hier steht er. Pfui! Der Struwwelpeter! An den Händen beiden, ließ er sich nicht schneiden. Seine Nägel fast ein Jahr, kämmen ließ er nicht sein Haar. Pfui! Ruft da ein jeder, garst’ger Struwwelpeter!

Mit einer Kammerjungfer reitet die Königstochter zu einem ferngelegenen Königshof, wo sie mit einem jungen Prinzen vermählt werden soll. Unterwegs aber überredet die böse Kammerjungfer die Prinzessin mit ihr die Kleider zu tauschen um den Prinzen auf die Probe zu stellen. Sie zwingt die Prinzessin zu einem Schwur nichts zu verraten. Die Kammerjungfer wird nun am Hofe des Königs als Königstochter empfangen und gefeiert, während die echte Königstochter Gänse hüten muss. Doch dann soll die Kammerjungfer Falada, das geheimnisvolle, sprechende Pferd der Prinzessin töten.

Ein jüdischer Fabrikant wird zu unrecht von einem antisemistischen Untersuchungsrichter des Mordes an seinem Buchhalter verdächtigt.

Es war einmal ein fleißiges Mädchen, Rosemarie, das bei seiner Mutter sehr hart arbeiten musste. Eines Tages fiel ihr beim Spinnen die Spule in den Brunnen. In ihrer Not sprang sie hinterher und kam unversehens ins Reich der guten Frau Holle. Rosemarie half fleißig bei allen Arbeiten, und wenn sie die Betten ausschüttelte, schneite es auf der Erde. Als Belohnung wurde sie mit purem Gold überschüttet. Ihre neidische Schwester Elsemarie wollte es ihr gleichtun. Doch sie war faul und Frau Holle mit ihr sehr unzufrieden.

Es war einmal ein griechischer König, Kratos, der sehr streng und hertherzig war. Seine sanftmütige Frau Arete jedoch wurde vom ganzen Volk geliebt. Eines Tages ließ sich der Königvon seinem verschlagenen Berater dazu überreden, ein uraltes Gesetz neu zu erlassen, nach dem das erste Kind des Königspaares ein Junge sein müsse. Als nun Arete ein Mädchen zur Welt brachte, war ihre Not sehr groß. Um dem König einen Thronfolger präsentieren zu können, willigte sie ein, ihre Tochter mit dem Sohn des Gärtners zu vertauschen...

Es war einmal eine Prinzessin, deren Stiefschwestern sie verachteten und die niedrigsten Arbeiten verrichten ließen. Von allen wurde sie Aschenputtel genannt. Als ein junger Prinz einen Ball veranstaltete, um seine Braut auszuwählen, putzten sich die hochmütigen Stiefschwestern heraus, um ihm zu gefallen. Er aber verliebte sich in das schlichte Aschenputtel. Ihren Namen wollte sie ihm nicht nennen, doch sie verlor am Schloss ihren Schuh. Da befahl der Prinz, dass nur die Besitzerin des zarten Schühchens seine Frau werden solle...

Der Müller lügt dem König vor, seine schöne Tochter könne aus Stroh Gold spinnen. Der König, ewig in Schulden, heiratet die Müllerstochter und sperrt sie in eine Kammer, damit sie Gold spinne. Natürlich gelingt ihr das nicht. Da erscheint des Nachts ein kleines Männchen und bietet der jungen Königin seine Dienste an. Es ist bereit für ihr erstgeborenes Kind so viel Gold zu spinnen, wie sie will. Die junge Königin lässt sich erfreut darauf ein. Als ihr erstes Kind zur Welt kommt bittet sie dann das Männchen flehentlich, ihr das Kind zu lassen. Das Männchen lässt sich erweichen, verlangt aber, dass die Königin seinen Namen herausfinden muss.

Das Struwwelpeter-Buch ist lebendig geworden. Alle Figuren tanzen aus dem Buch hervor. Der Struwwelpeter, der Daumenlutscher, der böse Friedrich, Paulinchen... Alle sind sie da, genau in der Kostümierung und den Dekorationen wie im Bilderbuch. Aus den originalgetreuen Standbildern des Buches entwickeln sich die einzelnen Geschichten, farbig-tänzerisch gestaltet von Mitgliedern der städtischen Oper Berlin und der Ballettschule Hess. Sieh einmal, hier steht er. Pfui! Der Struwwelpeter! An den Händen beiden, ließ er sich nicht schneiden. Seine Nägel fast ein Jahr, kämmen ließ er nicht sein Haar. Pfui! Ruft da ein jeder, garst’ger Struwwelpeter!

Es war einmal eine schöne, aber hochmütige Prinzessin, die alle Prinzen und Könige verhöhnte, die um ihre Hand anhielten. Auch mit König Drosselbart trieb sie ihren Spott. Ihr Vater war darüber so erzürnt, dass es ihr befahl, den erstbesten Bettler zu heiraten, der an das Tor des Schlosses klopfen würde.