Roger Blin

Nachtblende

— L'Important c'est d'aimer

Die erfolglose Schauspielerin Nadine hält sich mit dem Dreh von billigen Pornofilmen über Wasser. Sie macht die Bekanntschaft des Fotografen Servais Mont. Dieser hat Schulden bei dem Kredithai Mazelli - um ihn abzubezahlen, macht er angewidert Sexfotos. Servais beschließt, Nadine zu helfen und verschafft ihr über den Schauspieler Zimmer und den Regisseur Messala eine Rolle in der Theateraufführung „Richard III.“. Um die Produktion zu finanzieren, bleibt ihm allerdings nichts anderes übrig, als sich erneut Geld von Mazelli zu leihen. Nadine ist derweil hin- und hergerissen zwischen Servais, in den sie sich verliebt, und ihrem Ehemann Jacques, dem sie sich moralisch verpflichtet fühlt...

Der tyrannische König macht seinen Untertanen das Leben schwer. Sein einziger Widersacher: ein bunter Vogel, der sich stets vor den Schüssen des Despoten zu retten weiß. Eines Nachts geschehen im herrschaftlichen Schlafgemach merkwürdige Dinge. Die beiden Figuren eines Gemäldes - ein Schornsteinfeger und eine Schäferin - erwachen zu Leben und verlieben sich. Nun schlägt des Vogels große Stunde. Er hilft ihnen, aus ihrem gerahmten Gefängnis zu fliehen, doch der König, der sich seinerseits in die Schäferin verliebt hat, lässt das Trio jagen. Er nimmt das Mädchen gefangen und sperrt die beiden anderen zu den Löwen…

Als Großstadtfilm ist "La Rue sans nom" wie Litvaks "Cœur de lilas" noch nahe an den vibrierenden Milieustudien des Weimarer Kinos, dabei aber Ausgangspunkt für eine entscheidende Linie des französischen Films der 30er Jahre.