Erbarmungslos

 USA 1992

Unforgiven

Drama, Western 131 min.
8.30
film.at poster

Ein elegischer Herbstwestern über das Martyrium des Sterbens, die Erbärmlichkeit des Tötens und das Verdämmern der Westernideale.

Bill Munny, einst ein gefürchteter Gunfighter, lebt alt und gebrochen als Witwer mit zwei Kindern auf einer Schweinefarm. Die Legende strahlt, der Mann dahinter ist am Ende. Geblieben ist das Grauen: die Erinnerung an unverzeihliche Gewalt. Als Bill erfährt, dass die Prostituierten des kleinen Kaffs Big Whiskey wegen Verstümmelung einer der Frauen ein Kopfgeld auf zwei Cowboys ausgesetzt haben, geht er zusammen mit zwei Gefährten noch einmal seinem Blutgeschäft nach. Zum Widerpart der drei wird Sheriff »Little Bill« Daggett (Gene Hackman), ein ehemaliger Kopfgeldjäger, der nun im Namen des Gesetzes peinigt. In einer Nebenrolle glänzt Richard Harris als dandyhafter Revolverheld samt eigenem Biografen. Print the legend!

Eastwood führt die Dekonstruktion seines Heldenimages einem Höhepunkt entgegen und schließt mit einer Widmung für »Sergio (Leone) and Don (Siegel)«.

Details

Clint Eastwood, Gene Hackman, Morgan Freeman, Richard Harris, Jaimz Woolvett, Saul Rubinek, Frances Fisher, u.a.
Clint Eastwood
Lennie Niehaus
David Webb Peoples

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Unverzeihlich
    Es will mir trotz mehrfachem Anschauen und ewig langem Nachdenken nicht in den Kopf, wieso es für diesen Film von und mit Clint Eastwood 4 Oscars gegeben hat. Inhaltlich bietet er nichts Neues, die üblichen Westernzutaten sind drin. Verwitweter Farmer, Clint Eastwood, braucht Geld und verlässt Hof und Kinder um eine Hurenschändung zu rächen. War er da Stammgast oder was? Die Promis bringen den Plot professionell rüber. Der eine oder andere agiert etwas wunderlich: Richard Harris spielt das zwar ganz toll. Ich versteh nur nicht was er will. Ebenso ergeht es mir mit dem Sherriff, den Gene Hackman verkörpert. Einfach unberechenbar. Ist das etwa preiswürdig? Der gute alte Morgan Freeman spielt seine beste Seite als treuer Freund aus. Das kann er am überzeugendsten. Dann ist Clint Eastwood auch noch angeschlagen. Anna Thomson pflegt ihn ganz selbstlos gesund. Die bringt wenigstens etwas darstellerische Klasse in ihrer kleinen Rolle.
    Das Argument ‘Spätwestern‘ und ‘Abgesang auf einen Mythos‘ scheint mir etwas ausgetrocknet. Klar kann man 1992 keinen Western mehr wie Altvater Henry Ford drehen. Aber warum denn überhaupt? Etwa weil Eastwood mit diesem Genre groß und erfolgreich geworden ist? Auf diesem ausgetrampelten Pfad trabt er weiter. Hat er doch gar nicht nötig. Bleibt nur noch die Musik. Die ist auch von ihm, hört sich in ihrer Schlichtheit an wie von jemandem, der zum ersten Mal eine Gitarre im Arm hält und passt mit ihrer süßlichen Melodei zum Western wie Matjes zu Speiseeis. Und der Promibonus? Hätte es auch Preise gegeben, wenn den Film ein unbekanntes Greenhorn gemacht hätte? Vielleicht lieben die Amis ja so etwas? Ein Großer kann nur Großes vollbringen. Und der Western ist ja ihre ureigenste Erfindung. Der Titel besagt so etwas wie ‘ Gott verzeiht, Django nicht‘ oder so…
    Ich für meinen Teil kann nur sagen: inhaltlich abgedroschen, teilweise kryptisch und unheimlich laaaangweilig. Sorry Clint!