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Superhelden
11/21/2019

Marvel vs. DC: Doku-Serie über die legendäre Rivalität der Comic-Giganten

Die Russo-Brüder, Regisseure der Marvel-Blockbuster "Infinity War" und "Endgame", machen die Doku-Serie für Quibi.

von Erwin Schotzger

Das Regie-Duo Anthony und Joe Russo, die Regisseure der Marvel-Blockbuster "Avengers: Infinity War" und "Avengers: Endgame", machen für die US-Kurzfilmplattform Quibi eine Doku-Serie über die legendäre Rivalität der Comic-Giganten Marvel und DC. Die Serie mit dem Titel "Slugfest" (Englisch für "Schlagabtausch") basiert auf dem gleichnamigen Buch "Slugfest: Inside the Epic, 50-Year Battle Between Marvel and DC", in dem der Autor Reed Tucker der Rivalität der beiden Comic-Verlage akribisch und detailreich auf den Grund geht.

Wie alle Filme auf der Kurzfilmplattform Quibi, die in den USA am 6. April 2020 an den Start geht, werden die einzelnen Episoden der Doku-Serie eine Länge von maximal 10 Minuten haben.

Der Startschuss für die Produktion von "Slugfest" wurde laut Deadline Hollywood bereits gegeben. Mit an Bord sind neben den Russo-Brüdern auch die Regisseure Don Argott und Sheena M. Joyce, bekannt für Dokumentationen wie "Framing John DeLorean", "Believer" und "Batman & Bill".

 

4 Gründe, warum die DC-Superhelden im Kino nicht überzeugen

Marvel vs. DC

Die legendäre Rivalität der beiden Platzhirsche im Markt der Superhelden-Comics geht auf die Renaissance der Superhelden Anfang der 60er-Jahre zurück. Reed Tucker, der Autor der Buchvorlage, holt aber weit aus: Die Geschichte der Vorgängerverlage von Marvel und DC wird zurückverfolgt bis zur Publikation von "Action Comics Nr. 1" durch DC, in dem Superman, der Prototyp aller Superhelden, erstmals in Aktion trat. Doch das sogenannte Golden Age der Superhelden war bald vorbei. In den 50er-Jahren ebbte das Interesse an Superhelden deutlich ab. Im Jahr 1956 begann DC daher mit einem Reboot seiner alten Comic-Figuren (beginnend mit "The Flash") und vereinte diese neuen Superhelden als "Justice League of America" im Jahr 1960 in einem neuen Titel.

 

David gegen Goliath

Als Reaktion darauf brachte der neu gegründete Verlag Marvel Comics unter der Ägide von Stan Lee die "Fantastic Four", ebenfalls eine Gruppe von Superhelden, auf den Markt. Es folgten neuartige Titel wie "Hulk", "Thor", "Iron Man", "X-Men", "Daredevil", "Doctor Strange" und "Spider-Man", die sich nicht nur an Kinder und Jugendliche, sondern auch an junge Erwachsene als Zielgruppe richteten. Die Charaktere wurden daher oft in ihrem Alltagsleben dargestellt und wirkten daher menschlicher und realistischer. Zudem fanden die Abenteuer aller Marvel-Superhelden im Gegensatz zu den Geschichten von DC in einem gemeinsamen Marvel-Universum statt. Binnen eines Jahrzehnts hatte Marvel den Marktführer DC abgehängt. Seither dominiert die Rivalität der beiden Comic-Giganten das Superhelden-Genre.

Wiederholung der Geschichte im Kino

Später wiederholte sich diese Geschichte auch im Kino. Zunächst hatte DC im Kino lange Zeit mit Superhelden-Filmen wie "Superman" und "Batman" die Nase vorne. "The Dark Knight" von Christopher Nolan war 2008 der erste Superhelden-Film der weltweit die Milliardengrenze bei den Kinoeinnahmen überschritt. Doch im selben Jahr startete Marvel auch mit "Iron Man", der weltweit immerhin 585 Mio. Dollar einspielte. Wie in den 60er-Jahren in den Comics begann Marvel, diesmal unter der Ägide von Kevin Feige, damit ein gemeinsames Kino-Universum für seine Superhelden zu schaffen.

Mehr als zehn Jahre später ist es unter dem Kürzel MCU (Marvel Cinematic Universe) bekannt und Marvel das erfolgreichste Kino-Franchise der Welt. Doch auch DC kann nach einigen Rückschlägen wieder Erfolge verbuchen: Das Fantasy-Abenteuer "Aquaman" spielte für DC erstmals über 1,1 Mrd. Dollar ein und "Joker" brach mit einem Einspielergebnis von (bisher) 1,02 Mrd. Dollar sogar den Rekord für einen US-Film mit PG-13-Rating. Die Rivalität geht also im Kino weiter.