© Requiem for a Dream

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10/27/2020

"Requiem for a Dream" ist auch nach 20 Jahren furchteinflößend

Darren Aronofskys zweiter Spielfilm setzte neue Maßstäbe für Independent-Filme.

von Oezguer Anil

Ob ein Film zu einem Klassiker wird, kann nur die Zeit entscheiden. Bei "Requiem for a Dream“ hatten es schon viele kurz nach der Veröffentlichung geahnt, aber inzwischen sind sich die meisten Filmliebhaber über die Qualität dieses Kultfilms einig. Die Verfilmung von Hubert Selbys Roman erzählt mit einer unglaublichen Intensität den Aufstieg und Fall einer Gruppe von Drogensüchtigen in New York.

Über 2000 Schnitte

Was diesen Film auch 20 Jahre nach seiner Veröffentlichung so beeindruckend macht, hat weniger mit der Handlung als mit der Erzählweise zu tun. Die Inszenierung erinnert an die Musikvideos um die Jahrtausendwende und schafft es aus einem Sozialdrama einen Horrorfilm zu machen. Mit der sogenannten "Hip-Hop Montage“ wurden Bilder in einem rasend schnellen Tempo zusammengeschnitten, um so den Rauschzustand der Protagonisten zu verdeutlichen. Inzwischen hat sich dieses Schnitttempo im Mainstreamkino etabliert und gehört zum Standard-Repertoire jedes Actionfilms.

Durchbruch

Getragen wird "Requiem for a Dream“ von einem fantastischen Ensemble. Mit Jared Leto in der Hauptrolle hatte man einen sympathischen Musiker mit Schauspielambitionen, der sich auch körperlich vollkommen seiner Figur hingab. Begleitet wurde er von Ellen Burnstyn als vereinsamte Witwe, Jennifer Connelly als bürgerliche Rebellin und Marlon Wayans als sorgenloser Ganove.  Mit Außnahme von Burnstyn, die eine Oscar-Nominierung für ihre Leistung erhielt, stand das gesamte Ensemble am Beginn ihrer Karriere. Leto, Connelly und Wayans sind inzwischen etablierte Darsteller, die zur großen Sympathieträgern des Publikums geworden sind.

Emotionaler Soundtrack

Einer der wichtigsten Gründe warum dieser Horrortrip den Zahn der Zeit überstanden hat, ist die eindringliche Musik von Clint Mansell. Der Kontrast zwischen winselnden Drogensüchtigen in dunklen Straßenecken und klassischer Musik, die eine höhere Macht hinter all dem Drama suggeriert, sorgt für ikonische Momente, die sich tief ins Gedächtnis brennen. Das Leitmotiv "Lux Aeterna“ gehört inzwischen zu den bekanntesten Musikstücken der Filmgeschichte und wurde unter anderem im Trailer zu "Der Herr der Ringe" verwendet.

Kult

Der Debütfilm "Pi“ von Drehbuchautor und Regisseur Darren Aronofsky wurde auf dem Sundance Filmfestival mit dem Preis für die beste Regie ausgezeichnet. Der Erfolg des 60 Tausend Dollar-Projekts öffnete Aronofsky zahlreiche Türen und ebnete den Weg zu "Requiem for a Dream“. Der Film feierte seine Premiere auf den Filmfestspielen von Cannes und machte Aronofsky mit einem Schlag zu einem der gefragtesten Filmemacher Hollywoods. Seine spätere Karriere wurde durch Höhen und Tiefen wie dem Millionenerfolg mit "Black Swan“ oder aber auch dem desaströsen Epos "Noah“ geprägt.

"Requiem for a Dream“ ist ein Kultfilm, der seine Macher überleben wird und neue Impulse für das Independent Kino geliefert hat, die heute im Mainstream angekommen sind.

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