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Stars
04/15/2022

Paltrow und Co.: Diese 11 SchauspielerInnen mag heute niemand mehr

Jared Leto, Chris Pratt, Katherine Heigl und Co.: Diese Stars sind in den letzten Jahren auf der Beliebtheitsskala weit nach unten gerutscht.

von Manuel Simbürger

Amerika (oder wahrscheinlich die ganze Welt) liebt es, Personen auf ein unerreichbares Podest zu heben, nur um sie kurz danach eiskalt fallen zu lassen – und danach zuzusehen, wie sie wie der berühmte Phönix aus der Asche wieder auferstehen und sich ihren Weg zurück an die Spitze (oder zumindest ins Leben, kommt auf die Fallhöhe an) zurück kämpfen.

Das Aufstehen, Krone-Zurecht-Rücken, Staub-Abputzen und geläutert um Vergebung zu bitten ist menschlich genauso faszinierend wie der berüchtigte American Dream, weil er eigentlich streng damit gekoppelt ist: Vom Tellerwäscher zum Millionär – und zurück – und zurück. Aufsteigen, fallen, aufrappeln. Das ist es, wieso wir so sehr an unserer Hassliebe zu manchen Stars festhalten.

Es gibt aber einige Promis, die haben diese Rückkehr nicht geschafft. Die konnten nach öffentlichen Ausrutschern, Stolperfallen und handfesten Skandalen nicht mehr an alte Erfolge und vor allem alte Beliebtheitswerte anknüpfen – und können nur sich selbst daran die Schuld gebe.

Seit Will Smiths Watschen-Skandal bei den Oscars wissen wir schließlich: Wenn du ganz oben bist, kommt dich der Teufel holen. Und manchmal ist er eben gekommen, um zu bleiben. Nur fällt es bei einigen Stars wirklich schwer, Mitleid mit ihnen zu empfinden ...

Diese 11 SchauspielerInnen waren früher beliebt, müssen aber heute um jeden Sympathiepunkt kämpfen:

Jared Leto soll die Hauptrolle bei Tron-Fortsetzung spielen

Jared Leto

Mit seiner Wandlungsfähigkeit, seinem Mut, sich kopfüber in jede Rolle zu stürzen, und natürlich als lässig-cooler Frontman der Rock-Band 30 Seconds to Mars stieg Leto zu den gefragtesten Männern Hollywoods auf. Sein Schauspieltalent ist nach wie vor unbestritten, sein übertriebenes Method Acting (er verzögerte dadurch die "Morbius"-Dreharbeiten) und seine klischeehafte Exzentrik stehen aber mittlerweile im Vordergrund.

Jared, steig doch mal runter vom Gas! Du bist bei Weitem nicht so cool, wie du glaubst.

Mel Gibson

In den 1980ern und 90ern gehörte Mel Gibson zu den größten Stars der Welt. Wo sein Name drauf stand, war ein Kino-Kassenerfolg drin. Und ja, wir wissen, dass der Schauspieler unter starken Suchtkrankheiten leidet. Doch auch das entschuldigt nicht seine rassistischen und anti-semitischen Ausbrüche in der Öffentlichkeit. Davon konnte sich Gibson nie wieder erholen. Wo heute sein Name drauf steht, ist ein Kino-Flop drin. 

Katherine Heigl

Zugegeben: Sie gehörte nie zu den beliebtesten "Grey's Anatomy"-Stars, konnte diese Pole-Position ihren KollegInnen Sandra Oh, Ellen Pompeo, Patrick Dempsey und Kate Walsh niemals streitig machen. Trotzdem galt Heigl Anfang der Nuller-Jahre, als die ÄrztInnen-Soap am Höhepunkt ihres Erfolgs war, als einzig legitime Nachfolgerin von Julia Roberts: Ihre Rom-Coms waren Kassenschlager, einen Emmy gab's auch, Heigl war ganz oben angelangt.

Der Erfolg war ihr leider zu Kopf gestiegen: Zickereien, Diva-Gehabe und das öffentliche Schimpfen über die Holy Cow "Grey's" schadeten ihrem Image nachhaltig. Auch die schlechten Storylines ihrer Rolle der Izzy Stevens übertrugen sich auf das private Image der Schauspielerin. 

Lea Michele 

Wenn wir schon bei Diven im schlechtesten Wortsinn sind: Lea Michele war das Gesicht des Serien-Musical-Knüllers "Glee", gehörte Anfang der Zehner-Jahre zu den größten Teenie-Idolen der Welt. Tolles Aussehen, tolle Stimme, tolles Talent: Lea Michele schien das gesamte Package gewesen zu sein.

Nach Ende der Serie machten aber mehrere "Glee"-Ex-KollegInnen ihrem Ärger über Michele öffentlich Luft und beschuldigten sie des Mobbings und der Arroganz der schlimmsten Sorte. Von Michele gab's ein paar Entschuldigungen auf Instagram, seitdem ist sie mehr oder weniger untergetaucht. Von ihrem neuen Album will auch niemand etwas wissen. Mit dem Comeback wird das nix mehr. 

Tom Cruise returns Golden Globes awards in protest of HFPA

Tom Cruise 

Das liebestolle Herumgehüpfe auf Oprahs Couch ist zwar auch schon ein Weilchen her, aber seitdem wissen wir: So ganz fest sitzen alle Schrauben bei Tom Cruise wohl eher nicht. Bei den Paparazzis und JournalistInnen ist er wegen seiner Professionalität zwar äußerst beliebt, bei den Fans ruft Cruise aber immer öfter nervige Machismo-Gefühle hervor:

Ja, wir wissen, dass du bei all deinen Stunts mutiger bist als unser Papa und dein Ego sowie dein Scientology-Glaube heller leuchten als jede Gwyneth-Paltrow-Orgasmus-Kerze (siehe unten). Dein breites Grinsen nervt aber einfach nur noch – und beim selbstgefälligem "Ich habe die Welt verstanden"-Gefasel in Interviews hören wir schon lange weg.

Gwyneth Paltrow

Wohl kein Star pendelt so sehr – und so selbstsicher – zwischen Kultstatus und personifizierter Peinlichkeit wie der "Iron Man"-Star. Aus der Schauspielerei hat sie sich bis auf ihre Auftritte im MCU komplett zurückgezogen, dafür geht sie vollends in Esoterik- und Tree-Hugging-Geschwafel auf.

Ihre Lifestyle-Marke "Goop" feiert zwar große Erfolge, wenn uns die 49-Jährige aber wieder mal eine "So riecht meine Vagina"- oder "So riecht mein Orgasmus"-Kerze andrehen möchte, weiß man nicht, ob man lachen oder weinen soll. Wir tun beides, weil wir einfach zu verwirrt sind. Wirklich ernst nehmen kann man die Gute aber trotz regem Gegenversuch nicht mehr. 

Spacey trat erstmals wieder als Künstler öffentlich auf

Kevin Spacey

Wenn von Cancel Culture und der gefürchteten Cancel-Liste gesprochen wird, fällt sein Name stets als erstes: Kevin Spacey ist der Inbegriff des tiefen Falls einen Hollywood-Topstars und leider auch eines der Gesichter der zahlreichen Hollywood-Missbrauchsskandale. 2017 wurden ihm mehr als 30 sexuelle Missbräuche vorgeworfen – womit das Geheimnis, über das ganz Hollywood jahrelang schwieg, publik wurde.

Spacey galt als einer der talentiersten Schauspieler der Traumfabrik. Heute muss er um jede Rolle kämpfen – und um jeden einzelnen Fan. 

Roseanne Barr reagierte erbost: "Ich bin nicht tot, ihr Schlampen!"

Roseanne Barr

Der erfolgreiche Sitcom-Star der Neunziger war seit jeher dafür bekannt, sich kein Blatt vor den Mund zu nehmen – und eckte damit schon zu ihren Hoch-Zeiten an. Ihre Fans liebten sie aber dafür, verehrten sie als feministische Ikone. Barr aber überschätzte ihre Star-Persona, wollte in der Politik mitmischen, näherte sich immer mehr Trumps Umfeld an – und vorbei war's mit der Fan-Verehrung. Nach einem rassistischen Tweet wurde sie 2018 sogar aus ihrer eigenen Sitcom gefeuert.

Einsicht zeigte Barr aber stets nur bedingt – weshalb sie wohl auch als eine der unbeliebtesten Frauen Amerikas gilt ...

Chris Pratt 

Der Übergang ging leiser vonstatten, aber irgendwann zwischen 2019 und 2020 beschloss die Welt, MCU- und "Jurassic World"-Star Chris Pratt nicht mehr zu mögen und aus Everybody's Darling wurde Everbody's Jerk. Vielleicht fing's damit an, als Elliot Page ihn dafür kritisierte, eine Kirche zu unterstützen, die eine klare Anti-LGBTIQ-Haltung zeigt.

Oder damit, dass er die gesundheitlichen Probleme seines Sohnes respektlos kommentierte. Oder vielleicht hat's damit zu tun, dass er seit der Heirat mit Schwarzenegger-Tochter Katherine auf Social Media nur noch wie ein vertrottelter Verliebter rüberkommt, der seine Beziehung aufdringlich in der Öffentlichkeit zur Schau stellte. 

Auf jeden Fall: Chris, wir mochten dich mal. Früher, als du ein cooler Dude warst. 

Shia LaBeouf verarbeitet Erfahrungen aus seiner Kindheit

Shia LaBeouf

Mit Shia LaBeouf verhält es sich ähnlich wie mit Jared Leto: Sein egomanisches Method Acting nervt, er scheint mit jedem Film zu glauben, mit seinem (unbestritten vorhandenen) Talent und seiner Arbeit die Welt zu retten. Noch unsympathischer machen den "Transformers"-Star allerdings seine öffentlichen Wutausbrüche und die Gerüchte, er solle seine Ex-Freundinnen physisch und emotional missbraucht haben.

Anscheinend scheint LaBeouf von seinem Mut des Kontrollverlusts nicht nur vor der Kamera beherrscht zu werden. Nicht cool, Shia, nicht cool. 

Alyssa Milano 

Während "Charmed" war sie – wenigstens zu Beginn der Serie – die Schwester mit der größten Fan-Community. Auch, dass Milano regelmäßig auf den "Sexiest-Women-Alive"-Listen auftauchte (so sexistisch das vielleicht auch sein mag), trug zu ihrer Beliebtheit und ihrem Ruf als eine der gefragtesten Serienstars bei.

In den vergangenen Jahren aber entdeckte Milano die Aktivistinnen- und Politikerinnen-Seite in sich und tut lautstark ihre Meinung zur Gesellschaft und Politik in den Sozialen Medien kund. Ihr Engagement ist überaus bemerkenswert, da sie aber ganz klare Standpunkte vertritt, hat sie viele ihrer AnhängerInnen vergrault.

Mittlerweile gilt auch als sicher, dass Milano im Streit mit "Charmed"-Kollegin Shannen Doherty nicht das Unschuldslamm war, als das sie lange Zeit gesehen wurde. Ironisch: Im Gegensatz zu Milano sind die Beliebtheitswerte des ehemaligen "Bad Girls" Doherty in den letzten Jahren stark gestiegen ...

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