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12/29/2021

Tip-Top-10: Das waren die besten Filme im Kino-Jahr 2021

Ob Indie-Produktion oder SciFi-Blockbuster: Diese Filme bieten immer ein rauschhaftes Erlebnis.

von Franco Schedl

Die Kino-Saison war in diesem Jahr sehr eingeschränkt und wurde durch den langen Lockdown praktisch halbiert. Dennoch hatte sie einige Film-Hits zu bieten, von denen wir unsere zehn Lieblings-Titel zusammenfassen:

1. "Nomadland"

Frances McDormand würde man auch fasziniert beim Blumengießen oder Brotbacken zuschauen. Hier hat sie sich in Chloé Zhaos großartigem Road-Movie einen weiteren Oscar verdient. Wir erleben sie als Frau, die durch die ökonomische Entwicklung der USA alles verloren hat und zur modernen Nomadin wird, indem sie den amerikanischen Westen durchstreift.

Ein elegischer Film, der gerade aufgrund seiner unaufgeregten Langsamkeit einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

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2. "Kajillionaire"

Diese Indie-Produktion über eine schräge Kleinganoven-Familie kann als echter Geheimtipp gelten. Regisseurin und Drehbuchautorin Miranda July hat schon mit ihren Werken "Ich und du und alle die wir kennen" und "The Future"  ein Talent für einfühlsame Alltagsgeschichten bewiesen. In "Kajillionaire" versteht sie es erneut, die Beziehungen der Charaktere eindrucksvoll in den Mittelpunkt zu stellen. 

Was als "Slice-of-Life"-Film über eine schrullige Familie am Rande der Gesellschaft beginnt, endet als queere Liebesgeschichte und bietet ein wunderbares Filmerlebnis. 

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3. "Nobody"

Wer hätte Bob Odenkrik schon für einen zweiten John Wick gehalten? Dass er tatsächlich das Zeug zum knallharten Action-Helden hat, konnte er unter Ilya Naishuller beweisen. Die mit schmerzhafter Glaubwürdigkeit inszenierten Kampf-Szenen verraten die Handschrift von Drehbuchautor Derek Kolstad, der tatsächlich für die "Wick"-Reihe zuständig ist.

Obendrein kommt der schwarze Humor hier nicht zu kurz, und wenn Christopher Lloyd als Opa aus dem Altersheim noch immer zu scharfen Waffen greift, um seine Widersache umzupusten, gehört das zu den verrücktesten Kino-Momenten dieses Jahres. Eine Fortsetzung ist jederzeit willkommen.

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4. "The Father"

Diese große Alters-Rolle hat Anthony Hopkins bei der heurigen Academy-Awards-Gala noch in letzter Minute einen wohlverdienten zweiten Oscar beschert. Der 82-Jährige spielt hier mit großem Nuancen-Reichtum und zeigt, wie ein Mensch immer weiter von der Realität in seine eigene Welt abdriftet.

Wir erleben alles aus seiner Perspektive: Verwirrendes geht vor, die Zeit ist aus den Fugen, Menschen tauschen Gesichter und Schauplätze vermischen sich. Wenn der alte Mann zuletzt zum verängstigten Kind wird, das weinend nach der Mutter ruft, müssen wir beim Zusehen schwer schlucken.

Der französische Autor und Regisseur Florian Zeller inszenierte mit seinem ersten Kinofilm ein eigenes Theaterstück als Zerfallstudie des menschlichen Geistes und hat sich noch eine weitere herausragende Mitwirkende ausgesucht: An Hopkins' Seite ist nämlich Olivia Colman als seine Film-Tochter zu sehen, die sich um Unterstützung für den dementen Vater bemüht.

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5. "Dune"

Die Neuverfilmung von Frank Herberts legendärem SciFi-Epos hat in Denis Villeneuve einen kongenialen Regisseur gefunden. Er nimmt sich viel Zeit, die Figuren einzuführen und um die optische Wirkung der spektakulären Schauplätze voll genießen zu können, ist eine Kinoleinwand eigentlich die Grundvoraussetzung. Als einziger Schwachpunkt wirkt das viel zu unvermittelte Ende, doch zum Glück ist eine Fortsetzung mittlerweile offiziell bestätigt worden.

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6. "Ghostbusters: Legagy"

Nostalgie-Feeling pur ist hier garantiert: Zwar rückt eine neue Geisterjäger-Generation an die Stelle der früheren, doch die Original-Besetzung steht dann spätestens zum großen Schluss-Auftritt bereit.

Dass ein echter Ghostbuster nach seinem Tod selbst zum Geist wird, deutet der Untertitel "Afterlife" an. Daher versteht sich der Film vor allem als Gelegenheit, von Harold Ramis und seiner Figur des Dr. Egon Spengler würdig Abschied zu nehmen. Dem 2014 verstorbenen Darsteller ist das Werk auch gewidmet.   

7. "Der Rausch"

Mads Mikkelsen spielt in Thomas Vinterbergs Tragikomödie einen Lehrer, der mit anderen Männern ein Experiment wagt: Sie wollen sich konstant betrinken, um die Möglichkeiten von Alkohol auszutesten. Was folgt, sind durchwegs (promill)starke Leistungen aller Mitwirkenden.

Diese Sozial-Satire hat heuer einen Oscar gewonnen und ist international so gut angekommen, dass sogar Leonardo DiCaprio die englischsprachigen Remake-Rechte erworben hat, um in der Neuverfilmung auch gleich die Hauptrolle zu übernehmen.

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8. "Keine Zeit zu sterben"

Daniel Craig war der einzige Bond, dem man auch eine charakterliche Entwicklung zugestanden hat und dessen fünf Filme "Casino Royale", "Quantum of Solace", "Skyfall", "Spectre" sowie "Keine Zeit zu sterben" miteinander in Verbindung stehen, da sich wesentliche Handlungs-Elemente durch sie hindurchziehen.

Daher war es auch ein wirklicher Glücksfall, dass Craig nach "Spectre" seine Rolle nicht einfach abgegeben hat, weil ihm das 007-Spielen zu anstrengend geworden ist, sondern sich doch zu diesem fünften Bond entschließen konnte, weil er so seiner Figur einen passenden Abschied bieten kann.

Das Ende ist zwar ein typisches Bond-Finale, da der Stützpunkt eines Super-Schurken auf einer entlegenen Insel in die Luft gesprengt werden soll und 007 nur ein knappes Zeitfenster hat, um lebend zu entkommen, doch dann nimmt alles eine gänzlich unerwartete Wendung.

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9. "The French Dispatch"

In Kultregisseur Wes Andersons neuester Extravaganz – wie immer stilsicher bis ins kleinste Detail inszeniert – dreht sich alles um ein US-amerikanisches Wochenmagazin, das in einer fiktiven französischen Stadt veröffentlicht wird. Anderson hat die Episoden-Form gewählt, denn drei Reportagen werden hier als parallele Handlungsstränge miteinander verwoben.

Immer mit dabei ist Bill Murray als Herausgeber des Magazins. Ihm zur Seite steht ein enormes Staraufgebot – darunter Christoph Waltz, Benicio del Toro, Adrien Brody, Tilda Swinton, Frances McDormand, Elisabeth Moss, Jeffrey Wright, Mathieu Amalric, Saoirse Ronan, Lea Seydoux, Timothee Chalamet und Owen Wilson. 

10. "The Last Duel"

Wenn Ridley-Scott in Historien-Laune ist, aber zugleich auf die #meToo-Bewegung reagiert, erwartet uns ein üppiges Epos aus dem mittelalterlichen Frankreich, in dem Matt Damon und Adam Driver gegeneinander zum tödlichen Duell antreten, um damit die Vergewaltigung einer Frau (Jodie Comer) zu rächen.

Das geschichtlich verbürgte Geschehen wird obendrein aus den drei verschiedenen Blockwinkeln der Hauptfiguren jeweils neu erzählt, was dem Werk eine zusätzliche Dimension verleiht.

Im Kino ist "The Last Duel" leider nicht so gut angekommen, hätte sich aber auf jeden Fall einen Streaming-Erfolg verdient.

"The Last Duel" ist auf Disney+ verfügbar.

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