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07/15/2021

Die 10 besten Historienfilme auf Amazon Prime

Lassen wir die Gegenwart hinter uns und längst Vergangenes wiederauferstehen, ohne selbiges vom Sofa tun zu müssen.

von Manuel Simbürger

Das Medium Film kann das, was dem Schulbuch nie gelungen ist: Geschichte nahbar, spannend und nachvollziehbar machen. Mit Filmen wird die höchste Stufe des Eskapismus möglich – nämlich nicht nur den Alltag, sondern gar unsere Zeit, unsere Gegenwart hinter uns zu lassen und in längst vergangene Zeiten einzutauchen. Historienfilme basieren meist auf realen Begebenheiten, öffnen für uns also auf authentische Weise das Fenster zur Vergangenheit.

Im Idealfall lernen wir aus dem, was war. Wir wenden uns dem Früher zu, wenn das Jetzt unerträglich wird: Erscheint die Welt nämlich zunehmend fremd, fragen wir uns gerne, ob es nicht auch ganz anders sein könnte, weil es ja auch früher anders war (oder auch nicht).

Wir hoffen, dass in der Vergangenheit ein Erkenntnisgewinn für die Gegenwart liegt und schöpfen somit neue Hoffnung für das Kommende. Wir werden uns unserem Selbst und unserem historischen Fußabdruck wieder bewusster. Womit der Historienfilm zum Manifest der menschlichen Veränderung an sich wird.

Die 10 besten historischen Filme auf Amazon Prime:

Gladiator (2000)

Kaiser Marcus Aurelius (Richard Harris) liegt im Sterben und bittet den erfolgreichen und beliebten Feldherrn Maximus (Russel Crowe), seine Nachfolge in aller Würde anzutreten. Das lässt sich freilich Commodus (Joaquin Phoenix), der Sohn von Aurelius, nicht gefallen und tötet seinen Vater. Auch Maximus will er um die Ecke bringen, dieser kann aber fliehen, gerät dabei jedoch in Gefangenschaft von Sklavenhändlern. Nun muss er als Gladiator in Rom im Rahmen der berüchtigten Gladiatorenspiele regelmäßig um sein Leben kämpfen. Das einzige, was ihn nicht aufgeben lässt, ist der unerbittliche Wunsch nach Rache an Commodus – denn dieser hat auch Maximus' Familie getötet ...

Im Alleingang hat Ridley Scott den historischen Monumental- beziehungsweise Sandalenfilm wieder zum Leben erweckt: Ganz in der Tradition von "Spartacus" oder "Ben Hur" wird in "Gladiator" vor authentisch-pompösen Kulissen und beeindruckenden Massenszenen das Alte Rom zum neuen Leben erweckt (diesmal haben auch CGI-Effekte mitgeholfen). Crowe kämpft, brüllt und leidet sich die Seele aus dem gestählten Leib und lässt die gebrochene Seele hinter der Kampfmaschine erkennen.

"Gladiator" kannst du auf Amazon Prime ausleihen oder kaufen. 

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Braveheart (1995)

Ein weiterer Historienfilm, in dem Rache der Motor der epischen Geschichte ist: Wir befinden uns am Ende des 13. Jahrhunderts, das Land wird vom englischen König mit gewaltvoller Unterdrückung regiert. Der schottische Adelige William Wallace (Mel Gibson) hat aber ein ganz persönliches Hühnchen mit dem König zu rupfen: Als dieser nämlich Williams Verlobte öffentlich hinrichtet, gerät Williams Leben und emotionaler Haushalt in Schieflage. Er schwört Rache und zettelt aus Liebeskummer gleich mal den historisch-berühmten schottischen Unabhängigkeitskampf an.

Basierend auf einem Gedicht aus dem 15. Jahrhundert tollt "Braveheart" vergnügt auf der historischen Spielwiese herum, faktisch genau ist hier nicht allzu viel. Macht nichts, denn die Gefühle sind dafür überquellend, die Motivaionsrede von Wallace alias Gibson gehört zu den bekanntesten Monologen der Filmgeschichte. Zudem besticht der Film durch große beeindruckende Schauwerte und einen Hauptdarsteller, der innerlich genauso brennt wie die historische Figur, die er darstellt.

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The King’s Speech (2010)

Zu den Aufgaben eines Königs gehört es, öffentliche Reden zu halten. Für die meisten kein allzu großes Problem, für den britischen King George VI. (1936-1952, wunderbar dargestellt von Colin Firth) allerdings ein kaum überwindbarer Kraftakt: Denn seit frühester Jugend ist der sensible Mann starker Stotterer. Seine fürsorgliche Gattin (Helena Boham Carter) wendet sich an den unkonventionellen Logopäden Lionel Logue (Geoffrey Rush), der mit seinen außergewöhnlichen Methoden beim König zuerst auf Ablehnung stößt. Bis es zu einer interessanten Entdeckung kommt ...

Basierend auf wahren Ereignissen stellt der Film auf einfühlsam-differenzierte Weise die Macht der Sprache unter Beweis und tröstet uns Normalsterbliche mit der Tatsache, dass auch adelig Geborene nicht perfekt sind. In "The King's Speech" geht es weniger um die historischen Hintergründe als vielmehr um das Eintauchen in die Seele eines unsicheren Mannes, dem dann die Worte versagen, wenn er sie am meisten braucht. Vier Oscars, unter anderem für Firth!

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Abbitte (2007)

England, 1935: Briony ist ein fantasievolles Mädchen, das unbedingt Schriftstellerin werden möchte. Eines Tages geht ihre große Vorstellungskraft jedoch mit ihr durch und sie beschuldigt den Freund ihrer älteren Schwester – auch aus Eigennutz – der Vergewaltigung, worauf dieser lange Zeit ins Gefängnis muss. Viele Jahre später plagt die nun erwachsene Briony (Keira Kneightly) das schlechte Gewissen und sie möchte ihrer Schwester die Wahrheit erzählen.

Keira Knightley liebt Kostümfilme, "Abbitte" ist mit Abstand ihr bester: Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Ian McEwan hält sich der Film weitgehend an das Original und verzaubert das Publikum mit wunderschönen Bildern und einem feinfühligen Figurenporträt. Knightley ist das pulsierende Herz des Films, ihre Präsenz muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.

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Der große Gatsby (2013)

Insgesamt fünf Mal wurde der weltberühmte Roman von F. Scott Fitzgerald bereits verfilmt, die letzte Kino-Adaption wurde von Regisseur Baz Luhrman ("Moulin Rouge") gewohnt farbenfroh, glamourös, prunkvoll und lebensbejahend in Szene gesetzt. 

Im Fokus steht der Nachwuchs-Autor Nicholas Carraway (Tobey Magure), der in den schillernden 1920er Jahren aus der Provinz nach New York kommt – in der Hoffnung, Teil der High Society zu werden. Bei den reichen und Schönen scheint jeder Tag eine Party zu sein, Hedonismus wird hier bis zum Exzess zelebriert. Eines Tages trifft er auf den partywütigen Millionär Jay Gatsby (Leo DiCaprio), über den aber niemand so recht etwas zu wissen scheint ...

Prunk, Glitzer, Bombast: Luhrmann fängt dank seiner Leidenschaft zum Überschönen und Hypervisuellen das Flair der verschwenderischen Zwanzigerjahre perfekt ein, macht den Historienroman zum berauschenden Popspektakel. Mit rasantem Tempo bringt er Träume zum Tanzen und Augen zum Staunen. Wenn Nick die Geschichte einer unmöglichen Liebe, unzerstörbarer Träume und eines tragischen Autounfalls schreibt, hält er auch unserer Gegenwart den Spiegel vor.

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Shakespeare in Love (1998)

Ein junger britischer Autor namens William Shakespeare (Joseph Fiennes) leidet 1593 unter einer Schreibblockade, was besonders blöd ist, da er für Queen Elizabeth ein Stück mit dem Namen "Romeo und Ethel, die Tochter des Piraten" abliefern soll. Er braucht eine wachküssende Muse und findet diese prompt in Gestalt der ebenso hübschen wie cleveren Lady Viola (Gwyneth Paltrow), in die er sich freilich schnell verliebt. Diese ist aber nicht nur bereits vergeben, sondern will auch Schauspielerin werden, für Frauen damals undenkbar. Shakespeare ist inspiriert und wandelt das Piratenstück in die epische Liebesgeschichte "Romeo und Julia" um ...

Mit hohem Tempo, sprühendem Esprit und sehr viel Gespür für pointierten Humor überzeugt "Shakespeare in Love" von der ersten Minute an. Die Story ist zwar erfunden, fängt aber die Aura der Shakespeare'schen Stücke mit Leichtigkeit ein. Ein Film, den der Meister selbst nicht besser hätte schreiben können.

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Barry Lyndon (1975)

Der junge Ire Barry Lyndon (Ryan O'Neal) möchte unbedingt in den englischen Adel des 18. Jahrhunderts aufsteigen – koste es, was es wolle! Nichts ist Barry zu abstrus: Er versucht es mit Flirts, mit lebensbedrohlichen Duellen, als Spion, Falschspieler, Soldat oder Vagabund. Er ist überzeugt davon, seinen Traum verwirklichen zu können. Doch Ehrgeiz macht blind – und er führt seine Familie dem sicheren Untergang entgegen ...

"Barry Lyndon" gehört zu den unbekannteren Werken von Stanley Kubrick, jedoch völlig zu Unrecht: Dem Regisseur gelingt es, durch akribische Genauigkeit in den historischen Details ebenso wie durch eine perfekt komponierte Bildsprache die damalige Epoche auf natürlichste Weise wiederauferstehen zu lassen. Mit vier Oscars ausgezeichnet!

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12 Years a Slave (2013)

New York, 1841: Der Schwarze Solomon Northup (Chiwetel Ejiofor) lebt frei und glücklich als Geiger und Tischler. Als er eines Tages zwei fremden Männern fälschlicherweise vertraut, beginnt sein zwölfjähriges Leben als Sklave: Seiner Identität und seinem früheren Leben beraubt wird Solomon von nun an von verschiedenen "Meistern" wie Vieh oder eine Arbeitsmaschine behandelt, Auspeitschungen und andere entwürdigende und brutale Behandlungen inklusive. Solomon wird immer mehr klar: Er muss zu außergewöhnlichen Mitteln greifen, um der Sklaverei zu entkommen.

Das preisgekrönte Historiendrama basiert auf wahren Begebenheiten, was den Film noch schwerer verdaulich macht. Die Szenen mit den Misshandlungen, die die Sklaven erleiden müssen, gehen unter die Haut, machen zornig, aber auch machtlos. Immer noch ist die historische Sklaverei ein Tabuthema in den USA, "12 Years a Slave" schaut jedoch dort hin, wo andere weg blicken, ohne jemals voyeuristisch zu sein. Hallt lange nach!

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Gangs of New York (2002)

Martin Scorsese liefert mit "Gangs of New York" ein fulminantes Gang(ster)drama um Ehre, Vergeltung und die Macht der Liebe mit Leonardo DiCaprio, Cameron Diaz und Daniel Day-Lewis ab. Der Film ist so dreckig, dass man den Schmutz, aber auch das Blut beinahe selbst zu schmecken vermag, wenn uns Scorsese ins New York des Jahres 1846 entführt, als rivalisierende Gangs das Stadtviertel Five Points zum gefährlichsten Pflaster der Metropole machten.

Die exzessive Bilderorgie aus Gewalt, derben Sprüchen und menschlichen Abgründen ist schonungslos archaisch und nicht immer angenehm anzusehen, aber dafür umso eindringlicher und intensiver. Die unangepasste Attitüde, die der Film verkörpert, spiegelt die rebellenhafte Natur der Figuren wieder, die eine faszinierend-schonungslose Anti-Establishment-Haltung einnehmen. Roher Naturalismus, der schmerzt. 

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The Favourite (2018)

Das frühe 18. Jahrhundert: Während sich England mit Frankreich im Krieg befindet, vertreibt man sich am royalen Hof mit kindlichen Spielen die Zeit. Königin Anne (Olivia Colman) ist krank und wird rührend von ihrer Hofdame (und Geliebten) Lady Sarah (Rachel Weisz) umsorgt, die sich auch im Hintergrund um die Regierungsgeschäfte kümmert. Als Sarahs ehrgeizige Cousine Abigail (Emma Stone) als das neue Dienstmädchen am Hof antritt, entsteht ein aberwitziges Liebesdreieck um Macht, Politik, Vertrauen und Lust.

Die Historien-Dramedy ist eine kongenial besetzte und bitterböse Farce über das (angebliche) Leben am britischen Hofe des 18. Jahrhunderts. Hier wird das Groteske, Überzogene und Dekadente zum Lustprinzip, ohne aber ins Lächerliche abzudriften.

Dafür sorgen nicht nur eine zielgenaue Inszenierung und laute feministische Untertöne, sondern auch die nuancierten und tiefgründigen Darstellungen von Weisz, Stone und allen voran Colman, die für ihre königliche Rolle mit dem Oscar geadelt wurde. Auch für Nicht-History-Fans sehenswert!

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