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05/21/2021

Die 10 besten Netflix-Original-Filme aus 2021

Rotten Tomatoes sagt: Diese Netflix-Filme aus 2021 dürft ihr euch nicht entgehen lassen – Überraschungen inklusive!

von Manuel Simbürger

Könnt ihr euch noch erinnern? Das schockierende Drama "Beasts of No Nation" aus dem Jahr 2015 rund um Kindersoldaten war der erste eigenproduzierte Film von Netflix, zuvor hat der rote Streaming-Anbieter nur in Serien sein Geld gesteckt. Aber wieso sich auf einen Planeten beschränken, wenn man das gesamte Universum erobern kann?

Seit 2015 hat sich bei Netflix (und der Welt) viel getan, Netflix-Original-Filme erscheinen seitdem im Wochen- oder zumindest Monats-Intervall. Zwar ist es immer noch die hochkarätige Serienware, für die der Streaming-Dienst am meisten gewürdigt und geliebt wird, aber seit geraumer Zeit funktioniert's auch im Film-Segment ganz gut (auch wenn die Qualität der meisten Film-Eigenproduktionen von Netflix immer noch stark hinter jenen der Serien liegt). 

"Roma", "The Irishman", "Marriage Story" (ansehen!!!), "Die zwei Päpste" oder zuletzt "Mank" mischten gehörig bei der Oscar-Verleihung mit und wurden auch sonst mit zahlreichen Preisen geehrt. Netflix steht mittlerweile also längst nicht mehr bloß für Adam-Sandler-Komödien und seichte Teen-Schmonzetten.

Auch 2021 sorgt Netflix dafür, dass wir das Kino weiterhin nicht vermissen – bestenfalls auch auch nach der Pandemie nicht! Also hat er in den vergangenen Monaten erneut einiges an filmischer Unterhaltung rausgeworfen, aber wie so oft sind auch hier viel Strasssteine und nur wenige Perlen dabei.

Die 10 besten Netflix Originals:

10. Monster! Monster?

"Monster! Monster?" erzählt die Geschichte von Steve Harmon (Kelvin Harrison, Jr.), einem 17-jährigen begabten Schüler einer Eliteschule in Harlem, dessen Welt mit einem Schlag aus den Fugen gerät, als er wegen Mordes angeklagt wird. Er wird in eine komplexe juristische Schlacht verwickelt, bei der ihm droht, den Rest seines Lebens im Gefängnis zu verbringen.

Basierend auf dem bekannten Roman "Monster" von Walter Dean Myers fesselt das Drama mit Themen wie Rassismus, toxischer Männlichkeit und einem nur scheinbar perfekten Rechtssystem. Durch die immer wieder gezeigte Ich-Perspektive des Protagonisten erhaschen wir auch einen Einblick in die Seelenwelt des zu unrecht Angeklagten. Die Entscheidung, die Handlung nicht chronologisch zu erzählen, steigert die Spannung zusätzlich. Da oder dort hätte es zwar noch mehr an Tiefe benötigt, aber nachdenklich stimmt "Monster! Monster?" auf alle Fälle. In einer Nebenrolle glänzt Jennifer Hudson. 

Rotten Tomatoes Score: 67 %

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9. Moxie. Zeit, zurückzuschlagen

Vivian (Hadley Robinson), eine schüchterne 16-Jährige, läuft meist mit gesenktem Kopf herum und versucht, möglichst nicht aufzufallen. Als sie jedoch durch die Ankunft einer neuen Schülerin (Alycia Pascual-Peña) gezwungen wird, das ungezügelte Verhalten ihrer Mitschüler*innen an der Highschool genauer zu betrachten, merkt Vivian, dass sie endgültig genug hat. Sie lässt sich von der rebellischen Vergangenheit ihrer Mutter (Amy Poehler, die auch Regie führte!) inspirieren und bringt anonym ein Untergrundmagazin namens "Moxie" raus, in dem sie das zweifelhafte Verhalten und die Verfehlungen in der Highschool anprangert. Völlig unerwartet tritt sie damit eine Bewegung los. Plötzlich steht Vivian im Mittelpunkt einer Revolution ...

Vivian ist eine Superheldin ohne Cape, die gegen Sexismus und Misogynie an ihrer Schule ankämpft: "Moxie. Zeit, zurückzuschlagen" ist also in Zeiten von Femiziden und #metoo ein Film, der (leider) treffsicher mitten ins pulsierende Herz der aktuellen Gesellschaft trifft.

Statt für ein Drama mit Schockmomenten á la "Tote Mädchen lügen nicht" entschied sich Poehler allerdings für eine rasante Komödie, die überraschend tiefgreifend, empathisch und voller Selbstbewusstsein daherkommt. Toxische Männlichkeit ist das größte Feindbild der Gegenwart, sagt "Moxie", ohne dabei allzu sehr in Schubladen-Denken zu verfallen. Verharmlosend ist hier nix – denn wer sagt, dass man sich beim Lachen nicht selbst reflektieren kann?

Rotten Tomatoes Score: 70 %

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8. Bad Trip

In dieser Prank-Comedy mit versteckter Kamera reisen die zwei Freunde Chris und Bud (Eric Andre and Lil Rel Howery) quer durchs Land und unternehmen witzige und ideenreiche Streiche, die die Beteiligten ins totale Chaos stürzen. Chris will High-School-Schwarm und Traumfrau Maria (Michaela Conlin) seine Liebe gestehen – und gleichzeitig ist ihnen Buds kriminelle Schwester Trina (Tiffany Haddish) auf den Fersen ...

Das Konzept ist durchaus originell: Das Format der Versteckten Kamera (wohl eines der ältesten der TV-Historie!) wird mit einer fiktionalen Story verbunden, die im Grunde nur die einzelnen – realen! – Streiche zusammenhalten soll. Das klingt auf den ersten und auch auf den zweiten Blick wie "Jackass: Bad Grandpa" (einige der Verantwortlichen von "Jackass" waren auch an "Bad Trip" beteiligt) oder eine unpolitische Version von "Borat" – und auch nach dem dritten und vierten Blick stellt sich diese Vermutung tatsächlich als richtig heraus.

Heißt, man darf sich auf laute Lacher, zahlreiche Fremdschäm-Momente, viele verrückte Grausigkeiten sowie einiges an launiger Pubertäts-Buddy-Komik freuen – und auf einen unterhaltsamen Filmabend, bei dem es heißt: Netflix an, Gehirn aus und unterhalten lassen!

Rotten Tomatoes Score: 75 %

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7. Pieces of a Woman 

Das Bostoner Paar Martha (Vanessa Kirby) und Sean (Shia LaBeouf) steht kurz davor, Eltern zu werden. Doch ihr Leben ändert sich radikal, nachdem die geplante Hausgeburt in einer Tragödie endet. Damit beginnt für Martha eine jahrelange Odyssee, in der sie nicht nur mit ihrer Trauer, sondern auch mit den stark belasteten Beziehungen zu Sean und ihrer dominanten Mutter (Ellen Burstyn) fertig werden muss. Darüber hinaus muss sie sich der von der Öffentlichkeit verleumdeten Hebamme (Molly Parker) vor Gericht stellen.

"Pieces of a Woman" erzählt die sehr persönliche, schmerzvolle und schließlich transzendente Geschichte einer Frau, die lernen muss, mit ihrem Verlust zu leben. Die ersten 30 Minuten sind die vielleicht emotional intensivsten und quälendsten der gesamten Filmgeschichte: Ohne Schnitt und mit Mut zur drastischen Nähe zeigen Regisseur Kornél Mundruczó und die beiden Hauptdarsteller*innen die schicksalshafte Hausgeburt. Kirby ist eine emotionale Wucht – und die sowohl körperlichen als auch seelischen Schmerzen übertragen sich auch auf die andere Seite des Bildschirms.

Was danach folgt, ist ein stilles Manifest der Trauer, das zwar an die drastische Intensität des Filmbeginns nicht mehr ganz herankommt, aber trotzdem in der Seele und im Herzen wehtut. 

Rotten Tomatoes Score: 75 %

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6. To All The Boys Always And Forever (2021)

Lara Jean Covey (Lana Condor) bereitet sich auf das Ende ihrer Highschool-Zeit und den Anfang ihres Erwachsenen-Daseins vor. Zwei Reisen, die ihr Leben entscheidend verändern, führen dazu, ihre Vorstellung vom Leben mit ihrer Familie, Freund*innen und Peter (Noah Centineo) nach ihrem Abschluss neu zu überdenken. 

Die ersten beiden Teile der "To All The Boys"-Filme waren bereits ein Publikumshit, seit diesem Jahr gibt es nun endlich auch den dritten Teil. In bewährter und geliebter Manier wird uns eine emotionale Achterbahnfahrt mit schönen Darsteller*innen, leicht verdaulichen Gags und Teen-gerechter Melancholie präsentiert. Öffnet das Herz und lässt einen danach richtig schön träumen. 

Rotten Tomatoes Score: 78 %

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5. Concrete Cowboy

Während seiner Sommerferien in North Philadelphia gerät ein problematischer Teenager (Caleb McLaughlin) zwischen die Fronten eines Lebens in Kriminalität und der höchst aktiven städtischen Cowboy-Subkultur, in der sein ihm eigentlich unbekannter Vater (Idris Elba) völlig aufgeht.

Ein Coming-Of-Age-Drama, in denen Schwarzen Cowboys endlich gebührend Tribut gezollt wird – schon allein deshalb sollte man dem Film eine Chance geben! Aber auch die poetische Erzählweise und die ebenso träumerisch-schönen Bilder lassen "Concrete Cowboy" wie eine verletzte Seele eines unverstandenen ... nun ja, Cowboys wirken. Idris Elba ist zudem der coolste Dude im Sattel seit John Wayne.

Basierend auf wahren Ereignissen sowie dem Roman "Ghetto Cowboy" von Greg Neri.

Rotten Tomatoes Score: 80 %

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4. Arlo, der Alligatorjunge

Als er erfährt, dass er eigentlich aus New York City stammt, beschließt ein aufgeweckter Junge namens Arlo, der halb Mensch und halb Alligator ist, sein behütetes Leben im Sumpf hinter sich zu lassen und sich auf die Suche nach seinem Vater zu machen. Dabei trifft er auf eine Gruppe von Außenseitern, die schnell zu seiner neuen Familie werden.

Schräg, aber liebenswürdig: Im animierten (und höchst ambitionierten) Musical "Arlo, der Alligatorjunge" für Jung und Alt geht es um Freundschaft, Toleranz, die eigenen Wurzeln und Mut zur Veränderung. Der Film ist eine schlichte, aber trotzdem sehenswerte visuelle Wunderreise (inklusive Mix aus realem- und animierten Setting!), die vor allem auf Kurioses, Buntes und Kurzweiliges setzt, aber auch tief im Herzen berührt. 

Netflix hat bereits angekündigt, dass der Film der Auftakt einer Serie mit dem Namen "Ich liebe Arlo" ist. 

Rotten Tomatoes Score: 82 %

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3. Abenteuer ‘Ohana

Als die zwölfjährige Pilialoha Kawena (Kea Peahu), genannt "Pili", von heute auf morgen ihre Heimatstadt New York City verlassen und wegen ihres Großvaters auf die hawaiianische Insel O‘ahu ziehen muss, ist sie zunächst alles andere als begeistert. Doch das ändert sich, als sie im Studio ihres Opas in einem rätselhaften Tagebuch einen Hinweis auf einen 200 Jahre alten Piratenschatz findet. Und so begibt sich die begeisterte Geocacherin mit ihrem älteren Bruder und neuen Freunden in den Höhlen und auf den Bergen der Insel auf die Suche nach dem Schatz.

Inmitten der hawaiianischen Naturwunder erlebt Pili nicht nur das Abenteuer ihres Lebens, sondern freundet sich auch mit der Kultur ihrer Vorfahren an. Sie erkennt, dass nicht jedes Geheimnis gelüftet werden muss und dass der größte Schatz im Leben die Familie – ‘Ohana – ist.

Der Actionfilm für die ganze Familie, der gleichzeitig auch eine Coming-of-Age-Geschichte ist, hält moralische Werte hoch, macht aber trotzdem Spaß. Er lädt ein, mit offenen Augen die Welt zu erkunden und sich näher mit der hawaiianischen Kultur zu befassen. Ältere Zuseher*innen werden sich an "Die Goonies" und natürlich an die "Indiana Jones"-Filmreihe erinnert fühlen – es gibt Schlechteres!

Rotten Tomatoes Score: 85 %

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2. Die Ausgrabung 

Als sich der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs abzeichnet, heuert eine vermögende Witwe (Carey Mulligan) einen Hobby-Archäologen (Ralph Fiennes) an, um Ausgrabungen an Grabhügeln auf ihrem Anwesen vorzunehmen. Als die beiden eine historisch bedeutende Entdeckung machen, erlangen die Spuren der britischen Vergangenheit angesichts einer ungewissen Zukunft eine ganz neue Bedeutung.

Das historische Filmdrama beruht auf dem gleichnamigen Roman von John Preston und besticht mit einer im besten Sinne altmodischen Erzählweise, die sich Zeit für die Entwicklung seiner Handlung lässt und sich angenehm zurücknimmt. So bekommt "Die Ausgrabung" beinahe etwas Meditativ-Hypnotisierendes. Malerische Landschaftsaufnahmen dürfen natürlich auch nicht fehlen, das Herz des Films sind aber die tollen Hauptdarsteller*innen – und der zutiefst menschliche Drang, niemals in Vergessenheit zu geraten. 

Rotten Tomatoes Score: 88 %

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1. Der weiße Tiger

Balram Halwai (Adarsh Gourav) erzählt mit schwarzem Humor von seinem unglaublichen Aufstieg vom armen Dorfbewohner zum erfolgreichen Unternehmer im modernen Indien. Der gerissene und ehrgeizige junge Held verschafft sich einen Job als Chauffeur bei Ashok (Rajkummar Rao) und Pinky (Priyanka Chopra Jonas), die gerade aus Amerika zurückgekehrt sind. Balram sorgt dafür, dass er für seine reichen Herrschaften unentbehrlich wird. Als es aber so aussieht, als würde er alles verlieren, lehnt sich Balram gegen ein abgekartetes und ungleiches System auf und wird dank Verstand und Raffinesse selbst zum Chef ...

"Der weiße Tiger" ist eine Verfilmung des 2008 mit dem Man Booker Prize ausgezeichneten gleichnamigen Besteller-Romans. Der Mix aus Krimi und und Drama taucht kopfüber in eine Welt voll von Verbrechen, Korruption sowie Armut ein und ist bewundernswert-mutige Kritik an Indiens Wirtschaft. Die Waage aus Glamour und bodenständigem Dreck hält sich im Film konstant ausbalanciert. 

Rotten Tomatoes Score: 92 %

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