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03/04/2022

Von Clooney bis Pattinson: Alle Batman-Darsteller im Ranking

Im Laufe der Zeit hatte der Dunkle Ritter viele Gesichter. Nicht alle konnten überzeugen, andere dafür umso mehr.

von Manuel Simbürger

Im Kino mag Marvel erfolgreicher sein, aber wenn es um den beliebtesten Superhelden aller Zeiten geht, hat Konkurrent DC immer noch die Nase vorn: Batman ist seit Jahrzehnten eine der größten Popkultur-Marken und steht oftmals für nichts weniger (gemeinsam mit Superman) als das Synonym für SuperheldInnen. 

Seit seinem Comic-Debüt 1939 durchlief der Fledermaus-Mann (oder, cooler ausgedrückt: Der Dunkle Ritter) zahlreiche Inkarnationen, Interpretationen und Variationen, eins aber blieb dabei immer gleich: Batman ist – genauso, aber doch mehr als seine Superhelden-KollegInnen – stets ein Spiegel seiner Zeit und nimmt dabei jenes Bild an, das im Grunde nicht von ihm, sondern von der jeweils aktuellen Gesellschaft gezeichnet wird.

Batman ist wir. Wir sind Batman.

Bruce Waynes Batman-Maske ging für 35.000 Euro weg

All die Wiedergeburten brachten freilich auch verschiedenste Batman-Darsteller mit sich. Fast schon in Vergessenheit geraten, aber die Basis für alles Große (und Minimale), was da noch kommen sollte: Lewis Wilson war 1943 (also nur vier Jahre nach dem Erscheinen des ersten Batman-Comics) der allererste Batman-Darsteller, er schlüpfte für insgesamt 15 Kurzfilme, die damals vor dem eigentlichen Kinofilm gezeigt wurden, in das Fledermaus-Kostüm. Ersetzt wurde Wilson 1949 von Robert Lowery.

Seitdem hat sich viel verändert, Batman viele Gesichter bekommen – und die Fanbase spaltet eine Frage ganz besonders: Wer war und ist der beste Batman-Darsteller von allen? Wir haben uns dafür in die Batcave begeben und versucht, ganz ohne Hilfe von Robin diese zu beantworten.

Die Batman-Darsteller im ultimativen Dunklen-Ritter-Ranking:

Platz 7: Val Kilmer

In der quietschfidelen Camp-Masturbation "Batman Forever" ging Val Kilmer als Batman alias Bruce Wayne sang- und klanglos unter. Obwohl bis heute seine größte Rolle, ist Kilmers Darstellung der Fledermaus zu hölzern und im Vergleich zu den anderen Batman-Darstellern auch schlicht zu farblos.

Fast scheint es zudem, als ob Kilmer den Film nicht verstanden hätte: Viel zu ernst legt er seiner Rolle an, was zwar zum Charakter, aber nicht zu Joel Schumachers Version passt. Und wirklich ähnlich sieht Kilmer Bruce Wayne auch nicht. Immerhin hatte kein Batman seither so sinnliche Lippen.

Auftritt in: "Batman Forever" (1995)

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Platz 6: George Clooney 

Obwohl "Batman & Robin" objektiv betrachtet besser ist als sein Ruf, kann man das von George Clooneys laaaangweiliger Leistung im abgefahrenen Kindergeburtstag-auf-Ecstasy-Abenteuer, bei dem auch Robin (Chris O'Donnell) und Batgirl (Alicia Silverstone) mitmischen, nicht behaupten. Seine Darstellung ist viel zu glatt für einen komplex-kantigen Charakter wie Bruce Wayne/Batman, was aber freilich auch am Drehbuch liegt:

Anstatt Dreidimensionalität gab's Bat-Nippel, Bat-Kreditkarten und Safer-Sex-Witze. Manche SchauspielerInnen schaffen es, durch ihr Spiel die Schwächen des Skripts auszumerzen, Clooney aber war 1997 scheinbar noch nicht zu dem Charakter-Darsteller gereift, der er heute ist.

Aber: Als Bruce Wayne kann Hollywood-Schorsch durchaus mehr überzeugen als als Dunkler Ritter, den Playboy-Charme und den begehrten Junggesellen hat er echt drauf – was ihm die Kritik einbrachte, sich im Grunde nur selbst zu spielen. Leider aber legt Clooney den Wayne-Charme auch als Batman nicht ab, Unterschied zwischen Bruce Wayne und der Fledermaus ist bei Clooney nicht auszumachen – obwohl genau diese Diskrepanz das Faszinierende an der Figur ist.

Auftritt in: "Batman & Robin" (1997)

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Platz 5: Adam West

Wir sind große Fans des ikonischen Adam West – und beinahe wäre er sogar auf Platz Vier in unserem Ranking gelandet. West, der die Rolle in der 1960er-Serie "Batman" verkörperte, legte die Rolle mit dem damals nötigen Augenzwinkern und dem stets erhobenen moralischen Zeigefinger an, was in keiner Sekunde ernst zu nehmen und genau deshalb so genial ist.

West ist weit entfernt vom düsteren und brutalen Bruce Wayne, beinahe ist er eine Karikatur der Figur, ohne dabei aber ins allzu Groteske abzurutschen. West hat sich gar eine eigene Art zu sprechen zugelegt, um dem Superhelden-Vorbild für alle Kids gerecht zu werden. Wie keine andere ist Wests Darstellung ein Produkt der damaligen knallbunten Zeit, sie ist hip und saukomisch – und unvergesslich, wenn er mit seinem Anti-Haifisch-Batspray gegen die Meerestierchen ankämpft ...

Auftritte in: "Batman hält die Welt in Atem" (1966), "Batman"-Serie (1966-68)

"Batman hält die Welt in Atem" ist auf Amazon Prime erhältlich, aber nicht im Abo enthalten. Hier geht's zum Film!

"Batman" ist auf Amazon Prime als DVD erhältlich. Hier geht's direkt zur Serie!

Platz 4: Michael Keaton

Ähnlich wie bei Ben Affleck und Robert Pattinson hagelte es beim Casting von Michael Keaton für Tim Burtons "Batman" Ende der 80er-Jahre Beschwerden von Fans – die prompt verstummten, als der Streifen im Kino anlief.

Nach der durchgeknallten Serie "Batman" aus den 1960ern war der Dunkle Ritter endlich tatsächlich wieder dunkel, gebrochen, bodenständig – was auch Keaton zu verdanken war, der die Rolle bewusst zurückgenommen, ja beinahe stoisch anlegte, um die Distanziertheit des Superhelden darzustellen. Keaton gelingt es, ohne viele Worte so einiges auszusagen, wenig Gestik und Mimik genügte.

Trotzdem tat man sich schwer, sich vor Keaton im (ikonischen) Batkostüm zu fürchten, dafür hatte der Schauspieler zu wenig Leindwandpräsenz. Ohnehin war er ein besserer Bruce Wayne als Batman, auch wenn er sich als Fledermaus durchaus bemühte: Keaton war der erste Schauspieler, der als Batman seine Stimme verstellte.

Auftritte in: "Batman" (1989), "Batman Rückkehr" (1992), "The Flash" (2022), "Batgirl" (2022)

"Batman" ist auf Amazon Prime erhältlich, aber nicht im Abo enthalten. Hier geht's zum Film!

"Batmans Rückkehr" ist ebenso auf Amazon Prime erhältlich, aber nicht im Abo enthalten. Hier geht's zum Film!

Platz 3: Ben Affleck

Bis heute der umstrittenste Batman-Darsteller, mittlerweile aber von vielen Fans liebenswürdig "Batfleck" genannt: Ben Affleck hatte es als Fledermaus-Superheld nicht einfach, trat er doch in die übergroßen Fußstapfen von Vorgänger Christian Bale und musste sich in den Filmen auch stets mit der Rolle des Sidekicks begnügen. Affleck aber, obwohl nicht das begnadetste Schauspiel-Talent auf Erden, ist es gelungen, sich von anderen Batman-Darstellungen abzuheben und eine ganz eigene Version der legendären Figur zu erschaffen.

Zum einen ist Affleck in den Filmen eigentlich mehr Bruce Wayne als Batman, wodurch es ihm ermöglicht wird, dem Charakter noch mehr Tiefe zu verleihen und in dessen Seelenwelt blicken zu lassen. Als Wayne ist er der charmante und fesche Geschäftsmann, der aber auch bereits den Hang zur Brutalität aufweist, die er als Batman gnadenlos auslebt. Und kein Batman-Kinn ist markanter!

Affleck als Batman ist raubeinig, verbissen, wütend – und trotzdem auch rotzfrech und irgendwie sympathisch. Die Dreidimensionalität reicht zwar an Bales Leistung nicht heran, aber Affleck gehört sicherlich zu den größten Überraschungen im Batman-Universum.

Auftritte in: "Batman v. Superman: Dawn of Justice" (2016), "Suicide Squad" (2016), "Justice League" (2017), "Zack Snyder’s Justice League" (2021), "The Flash" (2022)

"Batman v Superman" ist auf Netflix und Amazon Prime zu sehen. Hier geht's zum Film!

"Suicide Squad" ist ebenfalls  auf Netflix und Amazon Prime zu sehen. Hier geht's zum Film!

"Justice League" ist im Amazon Prime-Abo enthalten. Hier geht's direkt zum Film!

"Zack Snyder’s Justice League" ist auf Sky und Amazon Prime (nicht im Abo enthalten) zu sehen. Hier geht's zum Film!

Platz 2: Christian Bale

Regisseur Christopher Nolan und Hauptdarsteller Christian Bale gelang es, Batman nach dem Clooney-Flop (der beinahe des gesamte Franchise killte) erneut als ernsthaften Actionhelden zu etablieren und als Film-Trilogie Kino-Geschichte zu schreiben. Bale nahm die Rolle der Fledermaus genauso ernst wie alle anderen seiner (facettenreichen) Rollen und trainierte so lange, bis er es auf stolze 100 Kilogramm brachte.

Als adrenalin- und testosterongeschwängerter Muskelprotz legt er eine Präsenz an den Tag, die die Leinwand zum Beben brachte und den ZuschauerInnen erneut ins Gedächtnis rief, wieso Gotham City erzittert, wenn das Bat-Signal am Nachthimmel erscheint. Bales Batman ist eine wildgewordene Bestie voller vibrierender Intensität. Seine markant tiefe Stimme ist legendär (und wird gerne parodiert).

Bale aber ist als Batman so viel mehr als Muskeln und Testosteron: Mehr als (fast) alle anderen seiner Kollegen arbeitet er genau jene Vielschichtigkeit heraus, die die Figur seit jeher so faszinierend macht. Bale spielt gleich drei Rollen (wie die Kollegen von "Filmstarts" in ihrem Podcast analysierten): den echten Bruce Wayne (der sentimentale, immer noch trauernde Junge), den Fake-Wayne (reicher, unbeschwerter Playboy) und Batman (der innere Dämon). Bale verlieh Batman endlich wieder Ecken und Kanten, die man so lange in den Filmen vermisst hatte.

Auftritte in: "Batman Begins" (2005), "The Dark Knight" (2008), "The Dark Knight Rises" (2012)

"Batman Begins" ist auf Amazon Prime (nicht im Abo enthalten) zu sehen. Hier geht's zum Film!

"The Dark Knight"  ist auch auf Amazon Prime (nicht im Abo enthalten) zu sehen. Hier geht's zum Film!

"The Dark Knight Rises" findest du ebenso kostenpflichtig auf Amazon Prime. Hier geht's zum Film!

1. Robert Pattinson

Gerade erst im Kino – und schon auf unserem Platz 1: Robert Pattinson haut uns in "The Batman" wahrlich vom Hocker, ist eine Offenbarung und etabliert sich als einer der faszinierendsten Schauspieler Hollywoods, weit weg vom Teenie-Kreischalarm "Twilight"

Pattinson stellt mit einer Intensität, die an ein Naturspektakel erinnert, einen leidenden und heruntergekommenen Dunklen Ritter dar, der mehr für seinen Kampf gegen Verbrechen und Korruption lebt, als in der realen Welt des Bruce Wayne. Pattinsons Wayne/Batman ist ein Getriebener.

Der Schauspieler schafft es dadurch mit ganz viel Herzblut, einen düsteren Charakter zu zeigen, der von Unsicherheiten geprägt ist und seinen Platz in Gotham noch lange nicht gefunden hat. Und er schafft es, uns den Schauspieler hinter der Rolle vergessen zu lassen. Eine furchtlose Darbietung, ganz nah dran an den Comic-Vorlagen und eine jener Art, die nur schwer zu vergessen ist. Der bisher düsterste und brutalste Batman. 

"Ich bin Vergeltung!" gehört jetzt schon zu den legendärsten Filmzitaten aller Zeiten. Hoffentlich kommt davon mehr. Viel mehr. 

Auftritt in: "The Batman" (2022)

“The Batman” läuft aktuell in den Kinos. Hier geht’s zu den Spielzeiten.

 

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