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05/17/2022

"Emmanuelle" mit Léa Seydoux: Erotik-Klasser bekommt Remake

Das Bond-Girl wird sich unter der Regie von Audrey Diwan zahlreichen erotischen, aber auch selbstbestimmten Abenteuern hingeben.

von Manuel Simbürger

Erotik hat nichts mit billigem und voyeuristischem Herumgestöhne und -gehüpfe á la Pornhub zu tun – das wissen nicht nur alle, die schon mal Sex im echten Leben gehabt haben, sondern auch der eine oder andere Filmfan:

Klassiker wie "Der letzte Tango in Paris" mit Marlon Brando und Maria Schneider, "Wenn der Postmann zweimal klingelt" mit Jack Nichsolson und Jessica Lange oder auch, irgendwie, der Sex-Klamauk "Eis am Stiel" zeigen, dass Erotik ein Spiel aus Nähe und Distanz und Sex die purste, leidenschaftlichste, manchmal auch verstörendste oder humorvollste Art des zwischenmenschlichen Miteinanders ist. Es werden Masken fallen gelassen und nicht nur der Körper, sondern auch die Seele dem Gegenüber präsentiert. 

Genre-Klassiker "Emmanuelle"

In die Riege dieser Erotik-Filmklassiker reiht sich auch "Emmanuelle" ein. Emmanuelle ist die Titelheldin einer überaus erfolgreichen erotischen Buch- und später Filmreihe der französischen Schriftstellerin Emmanuelle Arsan. Die Filme spielen im Ausland, die freizügigen Sexszenen muten wie weichgezeichnete erotische Träume ein, die eher die Fantasie als den vulgären Voyeurismus befriedigten.

Ästhetik und Romantik hatten in den "Emmanuelle"-Filmen stets obersten Stellenwert – genauso wie ein für damalige Verhältnisse sehr modern gezeichnetes Frauenbild, denn Emmanuelle verstand sich als selbstbestimmte Frau inmitten der sexuellen Revolution, die sich ohne schlechtem Gewissen ihre sinnliche Wünsche erfüllte und sich dabei auch gerne mal mit anderen Frauen vergnügte. 

Der erste Film mit Sylvia Kristel in der Hauptrolle kam 1974 in die Kinos und war in Frankreich, aber auch international ein enorm großer Erfolg. In Paris lief "Emmanuelle" gar mehr als acht Jahre lang und prägte das Erotikfilm-Genre nachhaltig. Insgesamt umfasst die Reihe sieben Filme, neben Kristel schlüpfen unter anderem Mia Nygren, Monique Gabrielle und Natalie Uher in die makellose schöne Titelrolle.

Und nun auch Bond-Girl Léa Seydoux.

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Léa Seydoux ist neue Emmanuelle

Denn wie "Variety" berichtet, ist eine Neuverfilmung von "Emmanuelle" geplant und die 36-jährige Französin wird die Titelheldin geben. Eine gute Wahl, denn Seydoux hat schon mehrfach bewiesen, wie vielseitig, aber auch wie verführerisch und gleichzeitig stark und fordernd sie ist:

In den Bond-Abenteuern "Spectre" und "Keine Zeit zu sterben" verdrehte sie dem 007-Agenten mit Eleganz und Intelligenz den Kopf, in "Blau ist eine warme Farbe" zeigte sie keine Scheu vor Nackt- und Liebesszenen und in "Grand Budapest Hotel" bewährte sie sich neben Größen wie Adrien Brody, Jude Law, Ralph Fiennes und Bill Murray. Auch die Erfolge "Inglourious Basterds", "Mission: Impossible – Phantom Protokoll" oder "The French Dispatch" finden sich in ihrer filmischen Vita.

Regie wird Audrey Diwan ("Das Ereignis") führen. Dass der Streifen eine eindimensionale heterosexuelle Männerfantasie wird, in der die Frau nichts mehr als Objekt der Begierde sein darf, ist also eher unwahrscheinlich. Da sich das Projekt noch in einer sehr frühen Entwicklungsphase befindet, wird es noch dauern, bis wir Emmanuelle erneut auf ihre erotische Abenteuer begleiten dürfen.

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