Wolfgang Böck

Hertha wollte eigentlich ihren Mann erschießen, nimmt aber irrtümlich einen falschen Mann als Geisel, der noch dazu unter Panikattacken leidet.

Der 19 jährige Niko nutzt die Abwesenheit seiner Eltern, um ein Mädchen einzuladen, doch die geplante Zweisamkeit endet in einer Megaparty.

Die Entdeckung der Currywurst

— Die Entdeckung der Currywurst

Frühjahr 1945: die Alliierten stehen vor Hamburg. Vor einem Kino lernt Lena Brücker den zum 'Endkampf an der Heimatfront' abkommandierten Marinesoldaten Hermann Bremer kennen. Nach einer Liebesnacht bietet Lena dem jungen Mann an, ihn in den letzten Kriegstagen in ihrer Wohnung zu verstecken. Damit beginnt für beide ein lebensgefährliches Liebesabenteuer, das sie vor dem Rest der Welt geheim halten müssen. Während Lena in den nächsten Wochen aufblüht, leidet Hermann unter seinem Eingesperrtsein und der ständigen Angst entdeckt zu werden. Trotzdem wird Lena ihrem Liebhaber nicht verraten, dass der Krieg aus ist, um noch so viele Tage wie möglich mit ihm auf ihrer gemeinsamen 'Matratzeninsel' zu verbringen, während sich draußen alles verändert.

Der abgebrühte Kleinkriminelle Michael hat mit zwei Komplizen ein heißes Ding gedreht. Auf der hektischen Flucht durch die Gassen Prags fällt ihm eine junge Frau auf, die sich gerade von einer Brücke in die Moldau stürzt. Geistesgegenwärtig springt er hinterher und rettet Klara das Leben - und damit auch sein eigenes. Für Michael ist es ein Moment der Erleuchtung, der ihn zu seinem väterlichen Freund Pater Christoph zurückführt. Der Geistliche nimmt ihn kräftig ins Gebet und versteckt seinen Schützling in einem Kloster, wo Michael ins Priesterseminar eintritt und sein Talent als Restaurator entfaltet. Sechs Jahre später kehrt Michael nach Prag zurück und trifft dort durch Zufall Klara wieder. Er hat sie nie vergessen, doch sie erkennt ihren einstigen Retter nicht wieder.

Kronprinz Rudolf ist ein sensibler und intelligenter junger Mann, der die Notwendigkeit von Veränderungen und Neuerungen für die Donaumonarchie an der Schwelle zum zwanzigsten Jahrhundert erkennt und befürwortet. Von seiner Vision eines geeinten Europas jedoch möchten weder sein Vater Kaiser Franz Joseph, der stoisch an den althergebrachten Traditionen festhält, noch andere politische Machthaber wie der neue Ministerpräsident Eduard Graf Taaffe oder der konservative Erzbischof Schwarzenberg, die in diesen Ideen eine Gefährdung ihrer Position sehen, etwas hören. Um ihn von seinen liberalen Hirngespinsten abzubringen, schließt man ihn von allen wichtigen politischen Entscheidungen aus und schickt ihn nach Prag. Dort erlebt Rudolf erstmals das Glück der Liebe als er sich, auf den Rat seines Väterlichen Freundes, des Hofmalers Hans Canon hin, inkognito unter sein Volk mischt und dabei Sarah, die Tochter eines jüdischen Bäckers kennenlernt.

Der Unfallchirurg Thomas Reiter zieht sich freiwillig in eine geschlossene Anstalt zurück, weil er sich dem Alltag nicht mehr stellen will. Probleme löst er in seiner Vorstellung - einer Western-Phantasie. Ein Pfarrer wird von seinen besorgten Eltern beauftragt, ihren Sohn in die Wirklichkeit zurückzuholen. Als Thomas ihn auffordert, ihm in seine Welt des Westerns zu folgen, erkennt der Pfarrer, daß diese Realitätsflucht nicht frei von Faszination ist... Eine humoristische Betrachtung von Wirklichkeit und Vorstellung, ein Film über die Auflösung von Grenzen.

Der Nachbar

— Der Nachbar

Wien. Ein schäbiges Wohnhaus. Als der alte, einsame Groschenromanhändler Rudolf Pawlik neue Nachbarn bekommt, gerät sein monotones Leben aus den Fugen. Es beginnt für ihn eine späte, obsessive Liebes-Dreiecksgeschichte, die er mit unerbittlichem Stursinn in ein (für ihn) glückliches Ende zwingen will. Hierfür ist ihm jedes Mittel recht... Ein beklemmend inszeniertes Psychodrama, das zwischen morschen Eigenheimen, verstaubtem Laden und Rotlichtmilieu vom Schrecken des ganz Alltäglichen erzählt. Fernab von Klischee und Trivialpsychologie werden hier zwischenmenschliche Grauzonen freigelegt, die simple Täter/Opfer-Zuschreibungen unmöglich machen.