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03/14/2022

Von Burton bis Nolan: Die Batman-Filme im ultimativen Ranking

Egal ob campy-poppig oder düster-brutal: Der Dunkle Ritter erlebte viele Neuinterpretationen, fasziniert aber wie eh und je.

von Manuel Simbürger

83 Jahre alt ist Batman bereits – und immer noch lebendig und vital wie eh und je. Obwohl schon mehr als einmal für tot erklärt, ist die Fledermaus nach wie vor der beliebteste Superheld aller Zeiten. Die Faszination für den Dunklen Rächer ist dabei leicht zu erklären: Bruce Wayne alias Batman kommt ohne jegliche Superkräfte aus, besiegt seine GegnerInnen nur mit messerscharfer Intelligenz und lustigen Technik-Gadgets.

Zudem ist Batman weit entfernt von stets gut gelaunten und etwas flachen PfadfinderInnen-KollegInnen wie Superman oder Spiderman: Von inneren Dämonen getrieben, ist Batman ein gebrochener, stets vor sich hin grübelnder Mann mit enormen Bindungsängsten.

Sein Kampf gegen das Böse in der Welt ist nichts anderes als der Versuch einer verzweifelten Traumabewältigung. Wenn er für das Gesetz kämpft, dann auf brutalere Art und Weise wie viele seiner KollegInnen. Ein komplexer und vielschichtiger Anti-Held, der fasziniert. 

Trotzdem aber hat Batman mehr Gesichter, als man glauben mag: Viele Reinkarnationen hat Batman bereits in den letzten Jahrzehnten durchgemacht, wie Dracula oder Hamlet hielt er all diesen endlosen Neu-Erfindungen aber tapfer stand und erwies sich als zeitlose Popkultur-Ikone, die der jeweiligen Gegenwart einen Spiegel vorhält.

Denn egal ob campy oder düster, ob poppig oder selbstreflektierend: Immer, wenn Batman aus dem Schatten tritt, erzählt er uns etwas Neues über uns.

Alle Batman-Filme im Ranking: 

11. Batman Forever (1995)

In den 1990er-Jahren herrschte der Konsens: Comic-Verfilmungen müssen auf der Leinwand auch wie ein Comic aussehen! Laut Hollywood hieß das: Quietschbunt, überdreht und vollkommen sinnbefreit. Das ist okay, wenn der Film sich dabei selbst auf die Schaufel nimmt – was aber "Batman Forever" unter der Regie-Leitung von Joel Schumacher leider viel zu wenig tut.

Das, was uns hier geboten wird – nämlich ein nerviges, grauenhaft peinliches und vollkommen missverstandenes Camp-Spektakel –, ist tatsächlich ernst gemeint. Und Jim Carreys und Tommy Lee Jones' Over Acting leider auch. Val Kilmer als Batman hat man sowieso vergessen, da ist noch nicht mal der Abspann vorbei.

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10. Batman & Robin (1997)

Für viele der absolut schlechteste Batman-Film aller Zeiten, bei uns ist er immerhin auf dem vorletzten Platz gelandet. Was "Batman & Robin" im Vergleich zum Vorgänger "Batman Forever" erträglich macht, ist der augenzwinkernde satirische Humor, mit dem sich der Film von jeder Ernsthaftigkeit betont distanziert.

Bat-Nippel, Bat-Kreditkarte, universumgroße Logiklöcher und markante One-Liner, die so schlecht sind, dass sie schon wieder Spaß machen: "Batman & Robin" ist schwachsinnig und grottenschlecht, aber weiß das zumindest auch. Nur die Charakterisierung von Bane verursacht bei Comic-Fans noch heute beinahe körperliche Schmerzen. Auch die Action-Szenen sind überraschend lahm. 

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9. Batman hält die Welt in Atem (1966)

"An manchen Tagen wirst du einfach keine Bombe los!" Auch der Pilotfilm zur legendären Batman-TV-Serie aus den 1960er Jahren ist irrwitzig, kunterbunt und versteht sich viel mehr als liebenswürdige Satire des Dunklen Rächers anstatt als bierernst-düstere Charakterstudie.

Der Unterschied zu den Schumacher-Filmen: "Batman hält die Welt in Atem" zieht das Superhelden-Genre derart charmant, sympathisch, selbst-bewusst und mit großer Lust am kindlichen Klamauk durch den Kakao, dass man sofort in den Bann dieser hochmoralischen Welt gezogen wird, in der Batman zur Personifizierung eines "Erklär mir die Welt"-Kinder-Lehrbuches wird.

Das Herz schlägt hier ganz laut am rechten Fleck – und saukomisch ist das Ganze obendrein, vor allem dank des ikonischen Adam West.

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8. Batman v Superman: Dawn of Justice (2016)

Zack Snyders Versuch, die düstere Batman-Version von Comic-Legende Frank Miller ins Kino zu übertragen, ist leider großteils gescheitert. "Batman vs. Superman" orientiert sich zwar an Nolans düster-realistischem Stil, Batman aber ist hier viel zu borniert, von sich eingenommen und ein Quäntchen zu brutal – sogar für den Dunklen Rächer.

Obendrein ist der Plot zu verwirrend, nicht immer nachvollziehbar und die Charaktere bleiben blasser, als es bei solch einem Giganten-Superhelden-Aufeinandertreffen sein darf. Und dann ist da noch die berühmte Martha-Szene ... Schade, hier wäre um so viel mehr drin gewesen!

Das sieht man übrigens auch in der Langfassung des Films, der so einige Plotschwächen der Original-Version wieder ausbügelt.

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7. Batman (1989)

Nach der überdrehten Flower-Power-Version aus den 60ern riskierte Tim Burton alles und präsentierte uns einen Batman, der wieder zu seinen Comic-Wurzeln zurückkehrt: Introvertiert, gequält, stoisch-stolz und die Dunkelheit umarmend. Gotham City inszeniert der Regisseur als düster-dreckigen und vor allem amoralischen Gothic-Sandkasten, der visuell an Fritz Langs Klassiker "Metropolis" erinnert. Ein voller Erfolg an den Kinokassen, der heute Kultstatus genießt. 

Anders als Nolan Jahrzehnte später balanciert Burton aber stets auf dem schmalen Grat zwischen Surrealem, Drama und schriller Verrücktheit, leider auch mit der einen oder anderen dramaturgischen Länge und einem etwas zu konventionellen Plot. Michael Keaton als Batman und Jack Nicholson als Joker sind aber die Blaupause für alles, was da noch kommen sollte. 

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6. Batman Begins (2005)

Christopher Nolan belebte wie einst Tim Burton das eingeschlafene Batman-Franchise neu und fand in Christian Bale den perfekten Dunklen Ritter, aber auch den perfekten Bruce Wayne. Das erste Mal bekamen wir Batmans Origin-Story in aller Tiefe und gebührender Ernsthaftigkeit zu sehen, noch nie wurde die Entstehung (und die Welt) des Dunklen Rächers so realistisch, vielschichtig, düster und auch spannend inszeniert wie hier. 

Nolan gelang es, Batman (endlich wieder) als ernsthaften Actionhelden der breiten Masse zugänglich zu machen. Trotzdem der schwächste Teil der Nolan-Trilogie – aufgrund von inhaltlichen Schwächen und Längen, einem vorhersehbaren Twist sowie einer lahmen Romanze. Manchmal hält sich "Batman Begins" für etwas cleverer, als er tatsächlich ist. 

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5. The Dark Knight Rises (2012)

Der Film ist vor allem ein Action-Furiosi erster Klasse, der überraschend komplex und auch tiefgründig daherkommt, mitunter aber nicht seinen eigenen Erwartungen gerecht wird und beinahe ein wenig zu sehr bombastisch daherkommt. An Pathos wird zwar nicht gespart, dieser aber fügt sich harmonisch in die (zu?) rasante Story ein.

Tom Hardy als Bane liefert einen nicht nur physisch furchterregenden Bösewicht ab, der natürlich an den Joker des Vorgänger-Films nicht herankommt, aber dessen Backstory trotzdem zu den erschütterndsten Storys im gesamten Batman-Universum gehört. Der Twist am Schluss wühlt auf und lädt zum Nachdenken ein.

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4. The Lego Batman Movie (2017)

Schon klar: Man muss sich auf die Kindergeburtstags- und Merchandising-Welt der LEGO-Movies einlassen. Will der Film noch mehr Klemmbaustein-Spielzeug verkaufen? Natürlich! Macht er das subtil? Ganz und gar nicht! Aber "The Lego Batman Movie" als zynisches Marketingprodukt und dümmlichen Kinderkram abzutun, wird dem Feel-Good-Gesamtwerk nicht mal ansatzweise gerecht:

Der Streifen ist eine auf (fast) ganzer Linie gelungene Superhelden-Satire, eingetaucht in ein hyperbuntes Farbenmeer, das im krassen Gegensatz zur düsteren Batman-Welt von Nolan und Reeves steht. In fetziger und herrlich selbstironischer Manier sowie unterlegt mit poppigen Songs werden zahlreiche Easter Eggs und Verweise auf das Batman-Franchise eingestreut und die berühmten Figuren in ein vollkommen neues, aber doch wohlig bekanntes Licht getaucht. 

Die Gagdichte und der Animationsstil sind auf erstaunlich hohem Niveau, eine moralische Message fehlt natürlich auch nicht. Macht sowohl Jung als auch Alt Spaß – und der queere Subtext zwischen Batman und Joker garantiert Lachanfälle!

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3. Batmans Rückehr (1992)

Ein Gothic-Schauermärchen für Erwachsene, ein perfider Psychotrip, surreal und poetisch zugleich – und stets die Grenze zwischen Lust und Last am Sehen auslotend, so furchterregend sind manche Szenen gestaltet. Bei Burtons zweitem Batman-Film kommt der somnambulistische und elegetische Grusel-Stil des Regisseurs viel besser zur Geltung als beim Vorgänger.

Die BösewichtInnen tragen den Film, scheinen sie doch einer faszinierend-abstoßenden Freak-Show zu entsammen: Danny DeVitos Pinguin ist ein ekliges Monster wie aus einem Albtraum, während die laszive Catwoman (legendär: Michelle Pfeiffer) direkt aus einer Fetisch-Fantasie entsprungen scheint.

Am Ende geht's vor allem um eines: die Dekonstruktion von jeglichen Normen und gesellschaftlichen Strukturen. Eine emotionale Achterbahnfahrt erster Güte!

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2. The Batman (2022)

Der neueste Batman-Streifen ist ein SuperheldInnen-Film, der eigentlich gar keiner ist. Viel mehr präsentiert Regisseur Matt Reeves uns einen Krimi im feinsten Neo-Noir-Stil, der sich jeglichen SuperheldInnen-Genre-Regeln á la Marvel widersetzt: Das Tempo ist betont langsam, in düsterem Schwarz-Rot gehalten. Anstatt krachender Schauwerte setzt man auf leise Töne, die tief in die Figuren eintauchen und in die tiefsten Ecken vordringen.

Im Stil von "Sieben" und "Chinatown" ist "The Batman" Psychoanalyse und knallharte Gesellschaftskritik zugleich, die es schafft, dass man sich als ZuseherIn nie sicher fühlt und auf perfide Weise genau deshalb immer mehr von dieser Welt fordert.

Batman ist hier ein gebrochener Mann, der versucht, in einer noch viel kaputteren Welt seine moralischen Werte zu behalten – um am Ende diese Welt am Ende ein bisschen besser zu machen. Das nuancierte Spiel von Pattinson ist mitunter genial.

“The Batman” läuft aktuell in den Kinos. Hier geht’s zu den Spielzeiten.

1. The Dark Knight (2008)

"The Dark Knight" ist nicht nur der beste Batman-Film, sondern auch der beste SuperheldInnen-Film aller Zeiten. Der Film ist der Höhepunkt der Nolan-Trilogie, vielleicht sogar der gesamten Karriere des Regisseurs: Batman und seine GefährtInnen, gar Gotham City selbst, werden hier als ein düsteres, nihilistisches, komplexes, durch und durch dreckiges und vor allem glaubwürdiges Abbild unserer eigenen Realität präsentiert.

Vor allem aber nimmt Nolan sein Publikum ernst und beweist, dass Blockbuster auch klug und niveauvoll sein können. Das Gesamtwerk ist brutal, intensiv, eindringlich, verstörend – und Heath Ledger als The Joker (ein verzerrtes Spiegelbild des Helden) bleibt auf ewig unvergessen. Seit "The Dark Knight" müssen sich alle DC-SchurkInnen an dieser Performance messen. Für den Film gilt eigentlich dasselbe. 

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