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Film-Tipps
08/17/2018

14 Hai-Schocker und Horrorfilme am Wasser, die besser sind als "The Meg"

Von Trash bis Thriller: Diese Filme können den sommerlichen Spaß am Wasser vermiesen – oder einfach nur Spaß machen.

von Erwin Schotzger

Haie sind ganz oben auf der Liste der Spaßbremsen von sommerlichen Badefreuden, dicht gefolgt von Krokodilen. Abgesehen vom irreparablen Image-Schaden für die armen Tierchen, können Tierhorrorschocker die Freude am kühlen Nass nachhaltig beeinträchtigen. Oder wer hatte noch nie ein mulmiges Gefühl, wenn der Meeresgrund am Ende der Bucht plötzlich von türkisblau auf stockdunkel wechselt. Selbst im trüben Badeteich kann die unerwartete Berührung mit einem harmlos-glitschigen Pflänzchen unwillkürlich die Bilder aus dem letzten Kraken-Schocker reaktivieren. Gefolgt von einer kurz aufkeimenden Panikattacke, bevor ein schneller Reality-Check wieder beruhigt.

Schmerzlichen Dank an Roger Corman und Steven Spielberg! Corman steht für Trash-Movies wie "Piranhas" aus dem Jahr 1978. Für beinahe jede Lebenssituation haben diese Filme ein irrwitziges Szenario entwickelt, das in einem Blutbad endet – zwar von jeglicher Logik entkoppelt und teilweise dilettantisch umgesetzt, aber deshalb nicht weniger schockierend. Spielberg hat den Trash mit "Der weiße Hai" veredelt und erstmals zum Hollywood-Blockbuster gemacht.

14 Hai-Schocker und Tierhorror-Filme, die besser sind als "The Meg"

Heute sind trashige Plots längst in Hollywood salonfähig wie "The Meg" mit einem Produktionsbudget von rund 150 Mio. Dollar zeigt. "The Meg" war auch der Grund uns nach besseren Badespaßbremsen umzusehen, denn der Actionfilm mit Jason Statham ist weder Fisch noch Fleisch: Nicht spannend und blutig genug, um zu schockieren. Nicht so schlecht, um schon wieder gut zu sein. Doch wer einmal Blut geleckt hat, will mehr: Die folgenden Filme schwanken zwischen Trash und Thriller und könnten all jenen gefallen, die nach "The Meg" Lust auf echte Tier-Schocker am Wasser bekommen haben.

 

Todesstille (1989)

Wir beginnen mit einem Ausreißer. Ja, streng genommen ist der australische Thriller "Todesstille" hier fehlplatziert, weil die Gefahr nicht von Meerestieren ausgeht. In dem nervenzerfetzenden Kammerspiel, das Nicole Kidman den internationalen Durchbruch bescherte, trifft ein Ehepaar auf einem Segeltörn auf einen anfangs nett wirkenden Psychopathen (tun sie das nicht immer?).

Wer sich den Segelurlaub lieber von Haien vermiesen lassen will, dem sei der nicht ganz so hochkarätige Hai-Thriller "The Reef – Schwimm um dein Leben" (2010) empfohlen. Segeln erscheint nach beiden Filmen nicht mehr als so gute Idee im Urlaub.

 

Open Water (2003)

Weiter geht's mit Tauchausflügen: Im Survival-Thriller "Open Waters" wird ein junges Taucher-Pärchen bei einem Tauchausflug auf offener See vergessen. Nach dem Film, der übrigens auf einer wahren Begebenheit beruht, erscheint ein geplanter Tauchausflug in einem ganz anderen Licht: Vielleicht doch lieber Urlaub in den Bergen?

 

The Shallows – Gefahr aus der Tiefe (2016)

Individualtourismus ist doch 'was Schönes: Schwimmen und Surfen in menschenleeren Buchten weitab vom Massentourismus. Für die Medizin-Studentin Nancy (Blake Lively) wird das idyllische Szenario schnell zum Albtraum. In einer abgelegenen Bucht wird sie von einem Hai attackiert. Sie kann gerade noch auf einen Felsen flüchten, wo sie im relativ flachen Wasser vom bösen Hai belagert wird. Die Freude an einsame Buchten verleiden: Check!

 

Piranha 3D (2010)

Langsam begeben wir uns in trashige B-Movie-Gewässer. Das Remake von Piranha (1978) von Kultregisseur Joe Dante ist aber auch eine Schocker-Pause, bei der aber nicht zu wenig Blut fließt. Nur zielt Horror-Regisseur Alexandre Aja diesmal auf die Lachmuskeln des Publikums. Im Original waren die kleinen Fressfische noch vom Militär für Kampfzwecke gezüchtet, in der 3D-Version aus dem Jahr 2010 gelangen prähistorische Piranhas durch ein Erdbeben in einen See, an dem sich zahlreiche Studenten in Partylaune tummeln. Aber woher die Viecher kommen, ist letztendlich doch sowas von egal. Das Ergebnis ist blutig wie eh und je. Und die Lehre aus der Geschicht': Auch Seen sind sicher nicht!

 

Shark Night 3D (2011)

Bleiben wir doch bei Seen, aber kehren wir zurück zu den Herrschern der Meere in Sachen Terror: Haie im See ist das Thema bei "Shark Night". Es ist wieder Party-Time auf einer Insel in einem Salzwassersee in Louisiana. Blöd ist nur, dass es in dem See vor verschiedensten Hai-Arten nur so wimmelt. Das drückt die Partystimmung. Die Studenten versuchen von der Insel zu entkommen. Die Frage wie die Haie in den See gekommen sind, hat etwas mit der "Shark Week" beim TV-Sender Discovery Channel zu tun. Peripher.

 

Lake Placid (1999)

Wie der Titel von "Lake Placid" verrät, verweilen wir weiter am See. Nach Piranhas und Haien bekommen nun endlich auch Krokodile ihren Teil vom blutgetränkten Kuchen. Im Titel gebenden Ort im US-Bundesstaat Maine wird eine arg zugerichtete Leiche aus dem See gefischt. Wie sich herausstellt, wurde das Opfer von einem riesigen Krokodil so zugerichtet. Es beginnt eine Jagd nach den mysteriösen Krokos.

"Lake Placid" ist relativ harmlos, aber wohl die bekannteste Kroko-Variante aller Hai-Schocker. Im Sinne der Artenvielfalt sei auch das Trash-Crossover mit "Anaconda" erwähnt, mit dem bezeichnenden Titel "Lake Placid vs. Anaconda".

 

Rogue – Im falschen Revier (2007)

Bei einer Fluss-Tour im wilden Norden Australiens wird eine Touristengruppe von einem riesigen Krokodil attackiert. Sie können sich zwar auf eine kleine Insel retten, aber das Wasser steigt und droht die Insel zu überfluten. Was bei "The Shallows" mit einem Hai ganz gut funktioniert, lässt bei diesem B-Movie die Frage aufkommen, worauf das Killer-Kroko denn eigentlich wartet? Wenn schon, denn schon. Die Geschichte basiert übrigens lose auf dem "Rogue Crocodile" namens Sweetheart, das in den 70er-Jahren durch Attacken auf kleine Fischerboote bekannt wurde. So viel zu entspannten Touristenausflügen im australischen Outback.

 

Black Water (2007)

Ähnliches Szenario, anderes Krokodil: Die Schwestern Grace (Diana Glenn) und Lee (Maeve Dermody) sind gemeinsam mit Adam (Andy Rodoreda) im Norden Australiens unterwegs. Nach dem Besuch einer Kroko-Farm ist ein Angelausflug im Outback geplant. Selbstverständlich mit kompetenter einheimischer Begleitung durch den Angelführer Jim. Doch als ein Krokodil das Boot umkippt, wird Jim als Erster zu Kroko-Futter. Die Touristen sind nun auf sich alleine gestellt und sitzen vom Killer-Kroko belagert auf einer Baumkrone fest. Im Vergleich zu "Rogue" ist dieses B-Movie mehr als beklemmendes Survival-Kammerspiel angelegt. Bei beiden Filmen sind die Szenarien realistischer (und damit erschreckender) als beim sehr ähnlichen Film "Crocodile" (2000) von Horror-Regisseur Tobe Hooper ("Blutgericht in Texas", "Poltergeist").

 

Mega Shark vs. Giant Octopus (2009)

Mit diesem filmischen Machwerk kehren wir zurück in die Tiefen der Meere und tauchen gleichzeitig noch weiter ab in absurde B-Movie-Abgründe. Die beiden Titel gebenden Monster treten im Stil von "King Kong vs. Godzilla" gegeneinander an. Zugegeben, Artenvielfalt ist der entscheidende Grund, warum der Film auf unserer Liste auftaucht. Ein Riesenkrake muss eben sein. Handlung und Dialoge sind ähnlich banal wie bei "The Meg", nur dass der prähistorische Riesenhai hier einen ebenso gigantischen Kontrahenten hat. Komischerweise ist es kein Krokodil. Der Octopus ist zwar nicht ganz so attraktiv wie Jason Statham, war aber mit Sicherheit wesentlich günstiger zu haben.

 

Sharknado (2013)

"Sharknado" verbindet Katastrophenfilm und Hai-Schocker in einer fast schon erfrischend-selbstironischen Weise. Wer dachte, das Festland bietet Schutz vor Haien wird in dem TV-Spielfilm des US-Senders Syfy eines Besseren belehrt: Los Angeles wird von mehreren (!) Tornados voller (sozusagen) fliegender Haie heimgesucht. Städteurlaube sind somit auch nicht mehr sicher. "Beverly Hills, 90210"-Star Ian Ziering kümmert sich um die Biester. Das Motorsägen-Finale des ersten Teils ist legendär. "Sharknado" wird oft als "schlechtester Film aller Zeiten" bezeichnet. Doch der Film war so kultig-schlecht, dass daraus eine Serie von insgesamt sechs Filmen wurde.

 

Bait – Haie im Supermarkt (2012)

"Bait" (dt.: Köder) ist - wie der Titel bereits vermuten lässt - Trash vom Feinsten: Durch einen Tsunami werden in einer australischen Küstenstadt ein unterirdischer Supermarkt und die dazugehörende Tiefgarage beinahe vollständig überschwemmt. Zu allem Unglück ist nicht nur Wasser eingedrungen, sondern auch zwei Haie. Klingt nach purem Trash. Ist es auch, aber ziemlich gut umgesetzt. Dank den Konflikten zwischen den Überlebenden im überfluteten Supermarkt bekommt der Hai-Schocker eine interessante Dynamik, die Genre-Fans lieben werden.

 

47 Meters Down (2016)

Schauplatz ist diesmal nicht Australien, sondern Mexiko: Lisa (Mandy Moore) besucht dort ihre Schwester Kate (Claire Holt). Sie zeigt ihr das Land. Bei einem Tauchausflug überredet Kate ihre Schwester zu einem Tauchgang in einem Haikäfig. Kate ist skeptisch. Sie hat keinerlei Taucherfahrung. Schließlich macht sie mit. Der Käfig ist ja völlig sicher. Na klar! Mit dem Dilettantismus der Bootscrew hat natürlich niemand gerechnet. Das Seil reißt und der Käfig sinkt 47 Meter in die Tiefe. Da zuvor Haie mit Blut angelockt wurden, sitzen die Schwestern im Käfig fest. Der Funkkontakt zum Schiff reißt ab. Hilfe ist nicht in Sicht. Panik kommt auf.

 

Deep Blue Sea (1999)

Mit Badeurlaub hat "Deep Blue Sea" zwar nichts zu tun, aber der Hai-Schocker von Regisseur Renny Harlin ("Stirb langsam 2", "Cliffhanger", "Tödliche Weihnachten") ist Genre-Kult. In einer Unterwasser-Forschungsstation befreien sich drei durch Experimente intelligenter gemachte Makohaie aus der Gefangenschaft und schaffen es irgendwie die Station zu fluten. Gar nicht gut für die Wissenschaftlerin Dr. Susan McCallister (Saffron Burrows) und die Besatzung der Station.

 

Der weiße Hai (1975)

"Jaws" (dt.: Kiefer), so der Originaltitel, ist die Mutter aller Hai-Schocker! Wer denn Film noch nicht gesehen hat: Lesen sofort einstellen! Den Klassiker von Steven Spielberg so schnell wie möglich anschauen. Und erst dann irgendeinen anderen Epigonen auf dieser Genre-Liste in Erwägung ziehen.

 

Erwin Schotzger