Hans Deppe

Der einzige Tonfilm des für stumme Kammerspiele (Scherben, Sylvester) berühmten Regisseurs (und Akteurs) Lupu Pick ist ein lebhaft-charmanter Genre-Mix, der wesentliche Strömungen der deutschen Popkultur bündelt, vom amerikanisierten Musical-Entertainment über den Verweis auf die "Comedian Harmonists" bis zu engagierteren Tendenzen.

Juliette, die Friseuse der Kaiserin, verliert auf einem Ausflug ein Strumpfband, das sie sich zuvor heimlich aus dem Wäscheschrank der Kaiserin genommen hatte. Das Strumpfband findet der Marquis de Pontignac, der sich gerade auf der Jagd befindet. Während der Suche nach der Besitzerin des Strumpfbandes entfernt sich der Marquis von seinen Leuten. Als sein Pferd durchgeht, stürzt er und wird schwer verletzt. Die Wache der Kaserne, die ihn findet, erkennt ihn nicht und so landet er als „Zivilist“ beim Stabsarzt, der ihm nur noch wenige Stunden zu leben gibt.

Präsentiert als Rückblick aus dem Jahr 2048, beschreibt die satirische Parabel das Nachkriegsleben in den Ruinen der Hauptstadt. Darin trifft der klapperdürre Gert Fröbe in der Figur des Heimkehrers Otto Normalverbraucher (der so zum geflügelten Wort wurde) auf Schwarzhändler und Reaktionäre, muss mit Blockade und Währungsreform zurechtkommen, aber auch – aufgrund des kriegsbedingten Männermangels – mit den Annäherungsversuchen zahlreicher Damen. Heinz Rühmann landete mit dem Film, der sein Publikum gleichermaßen irritierte wie begeisterte, seinen einzigen Kassenhit als Produzent. Ralf Schenk schrieb in der „Berliner Zeitung“: „Viele Jahre lang war dieser Film nicht zu sehen, aus rechtlichen Gründen. Jetzt hat ihn die Günter-Neumann-Stiftung restauriert und digitalisiert, er ist wieder zu haben, und das ist auch gut so. Denn 'Berliner Ballade' ist einer der wichtigsten deutschen Filme aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg.

Muß i denn zum Städtele hinaus

— Muß i denn zum Städtele hinaus

Nach einer Notoperation am Berg beschließt Dr. Werner Koch, in sein Heimatdorf zurückzukehren. Hier verliebt er sich in die Waise Heidi. Die wird jedoch auch von Werners Jugendfreund Ronald heftig umworben...

Ein Urlaub in den Bergen bringt das Seelenleben der karrierebewussten Kinderärztin Helga Wagner durcheinander. Sie lernt den Maler Michael kennen, der beschaulich und zufrieden in einer Almhütte lebt. Und der sie portraitieren will. Zu ihm fühlt sie sich hingezogen, obwohl sie mit dem Architekten Richard Kühn befreundet ist.

Frau Böhler, die resolute Chefin einer Café-Kette will der jüngsten ihrer drei Töchter Anni einen für das Geschäft geeigneten Ehemann aufdrängen. Nach allerlei Durcheinander arrangiert sie sich geschickt.

Grün ist die Heide

— Grün ist die Heide

Walter Rainer ist Förster und neu im Revier. Eigentlich soll er von dem derzeitigen Oberförster angelernt werden - allerdings hat der im Moment schwerwiegende Probleme: Ein Wilderer treibt in seinem Wald sein Unwesen und den gilt es dingfest zu machen. Inzwischen hat der Amtsrichter angeordnet, dass ihm Gendarme zur Hilfe kommen sollen - der Oberförster lehnt das vehement ab, was dazu führt, dass man bereits über seine vorzeitige Ablösung nachdenkt. Klar, dass Walter die Herausforderung annehmen will und den Wilderer dingfest machen will. Und auch privat wartet neues auf ihn, in Form von Helga Lüdersen . Die junge Frau ist ihm gleich sympathisch - und durch sie kommt er auch darauf, dass ihr Vater offensichtlich ein Geheimnis verbirgt, dass der Zuschauer schon seit den ersten Filmminuten kennt: Er ist der gesuchte Wilddieb. Und nun gerät Helga natürlich in einen großen Konflikt ...

Karl Sträublers nomen ist omen: Mit dem Vorwurf, immer die anderen seien allzu »obstinat«, hat er an allen etwas auszusetzen.