Brachte es zum Piloten und Arzt: Leonardo DiCaprio in Steven Spielbergs „Catch Me If You Can“ aus 2002  

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03/10/2021

21 Netflix-Filme, die auf wahren Begebenheiten beruhen

Das Leben ist der beste Drehbuch-Autor: Diese Geschichten berühren und schockieren besonders, weil sie wahr sind.

von Manuel Simbürger

Die besten Geschichten schreibt immer noch das Leben selbst: So bizarr, wunderlich, kuschelig-warm, frostig-kalt, tröstend, angsteinflößend, wunderschön, traurig und unbegreifbar das Leben oft selbst ist, so emotional und thematisch vielfältig sind auch Filme, die auf wahren Begebenheiten basieren. Da wird von Geldbetrügern genauso erzählt wie von obdachlosen Vätern, aufregenden Kriminalfällen, aufopferungsvoller Geschwisterliebe oder außergewöhnlich-lehrreichen Reisen.

Es muss beim Film-Schauen nicht immer der Eskapismus im Vordergrund stehen. Manchmal lehrt es uns mehr, wenn wir der harten (und genauso wunderschönen!) Realität ins Auge blicken. Besonders dann, wenn wir dabei die Hollywood-Brille aufsetzen.

Diese 21 Netflix-Filme basieren auf wahren Begebenheiten:

The Trial of the Chigaco 7 (2020)

Sieben politische Aktivisten wollten 1968 eigentlich friedlich gegen den Vietnamkrieg demonstrieren. Sie wurden allerdings wegen Verschwörung, Aufhetzung und Demonstrationen angeklagt und vor Gericht gestellt. Was folgte, war einer der berüchtigtsten Prozesse der Justizgeschichte – und ein durchaus gelungener Original-Netflix-Film, für den Aaron Sorkin das Drehbuch verantwortete und der die angesagten Stars Sascha Baron Cohen, Michael Keaton, Joseph Gordon-Levitt und Eddie Redmayne gemeinsam vor die Kamera holte. 

Die Dialoge gleichen scharf gezielten Pistolenschüssen, die allumfassende Justiz wird ad absurdum geführt und die Protagonist*innen bewegen sich ständig im faszinierend-fesselnden Limbus zwischen Heimatland-Loyalität und individueller Entfaltung. Sorkins Drehbuch ist gewohnt pointiert, scharfzüngig und glasklar. Keine Sekunde langweilig!

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Catch me if you can (2002)

Leonardo DiCaprio scheint einen Narren an "Based on true events"-Filmen gefressen zu haben: Bei "Titanic", "Jim Carroll – In den Straßen von New York", "Aviator", "This Boy's Life", "J. Edgar" und "The Revenant" schrieb das Leben selbst das Drehbuch. Das ist bei "Catch me if you can" nicht anders: Der Spielberg-Klassiker nimmt sich wahre Ereignisse aus dem Leben des US-amerikanischen Betrügers Frank Abagnale zum Vorbild. Dieser lieferte sich viele Jahre lang mit dem FBI ein legendäres Katz-und-Maus-Spiel, das Tom und Jerry vor Neid erblassen lassen würde. Eine leichtfüßg-farbenfrohe und vor allem sympathische Komödie, in der sich DiCaprio und Tom Hanks gegenseitig an die Wand spielen.

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Das Streben nach Glück (2006)

Will Smith in seiner vielleicht besten Rolle: Als obdachloser Vater setzt er alles daran, das Leben für seinen Sohn so schön wie möglich zu gestalten, während er versucht, (erneut) im US-Börsengeschäft Fuß zu fassen. Ein herzerwärmender, bittersüßer und hoffnungsloser Film, der die wahre Geschichte von Chris Gardner erzählt, der den US-amerikanischen Traum tatsächlich verwirklichen konnte: Er lebte gemeinsam mit seinem Sohn ein Jahr auf der Straße, hat es aber dank reichlich Widerstandsfähigkeit, Mut, Herz und eben ganz viel Hoffnung zum Self-Made-Millionär gebracht. Träume mögen oftmals kitschig sein, dieser aber weckt verloren geglaubte Lebensgeister und gibt Kraft, weiter zu machen, auch wenn bereits alles verloren zu sein scheint.

"Das Streben nach Glück" trifft noch mehr ins Herz, weil die liebevolle Vater-Sohn-Beziehung im Film nicht gespielt ist: Gardners Nachwuchs wird nämlich von Jaden Smith gespielt, Will Smiths Sohn. Schluchz!

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Ziemlich beste Freunde (2011)

Das Leben schreibt nicht nur todtraurige und dramatische Geschichten: "Ziemlich beste Freunde" erzählt die berührende wahre Geschichte von der tiefen Freundschaft zwischen dem wohlhabenden Pariser Philippe Pozzo di Borgo, der seit einem Unfall querschnittgelähmt ist, und seinem jungen algerischen Pflegehelfer Abdel Yasmin Sellou (im Film: Driss), der ganz nebenbei ein Ex-Sträfling ist. Trotz aller Unterschiede in Sachen Alter, Herkunft und Klasse gehen die beiden Männer eine lebenslange Verbindung ein, die besonders Philippe wieder neuen Lebensmut verleiht. Gemeinsam unternahmen sie viele Reisen. Heute leben beide in Marokko, sind verheiratet und haben Kinder. Und sind immer noch eng befreundet.

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Die Geldwäscherei (2019)

Ein Film über die Veröffentlichung der Panama Papers und die damit verbundenen Briefkastenfirmen, Steueroasen und Methoden der Geldwäsche?! GÄÄÄHN?! Nicht, wenn der Regisseur Steven Soderbergh heißt und der Cast aus Hochkarätern wie Meryl Streep, Gary Oldman und Antonio Banderas besteht: "Die Geldwäscherei" ist eine gelungene, zynische Satire, die gekonnt am schmalen Grat zwischen Drama und Comedy balanciert und mit hochsensiblem Feingespür gesellschaftskritischen Humor mit leichtfüßiger, aber doch reflektierter Unterhaltung verbindet. 

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Zodiac – Die Spur des Killers (2007)

Der Serienkiller "Zodiac" versetzte Ende der 1960er-Jahre San Francisco in Angst und Schrecken, als er fünf Menschen ermordete und zwei schwer verletzte. Nach Angaben des Täters soll er sogar 37 Morde begangen haben. Mehrere Jahre lang lieferte er sich mit dem FBI ein komplexes Machtspiel, in dem er via Presse rätselhafte Botschaften mit mittelalterlichen Zeichen und Symbolen (unter anderem das Zodiak-Symbol) zukommen ließ. Bis heute konnte die Identität des Serienkillers nicht herausgefunden werden, von seinen Briefen konnten ebenso nur zwei entschlüsselt werden.

Der verstörende düstere Thriller von David Fincher überzeugt auf ganzer Linie: Beinahe wie eine Dokumentation mutet der Spielfilm an, er nähert sich dem Geschehen distanziert, ohne dabei emotionslos oder gar langweilig zu werden. Der Horror, der vom Zodiac-Killer ausgeht (den man im Film nie zu sehen bekommt!), überträgt sich von der ersten Sekunde auch auf den/die Zuseher*in. Brillant besetzt mit Jake Gyllenhaal, Mark Ruffalo, Robert Downey, Jr und Chloe Sevigny.

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Blind Side – Die große Chance (2009)

Der Film beruht auf der wahren Biographie des Football-Spielers Michael "Big Mike" Oher. Dieser verbrachte einen großen Teil seiner Jugend auf der Straße und in Kinderheimen, seine Zukunftsaussichten waren düster. Als ihn aber die wohlhabende Innenarchitektin Leigh Anne Tuohy bei sich aufnimmt, stabilisieren sich nicht nur Ohers Lebensverhältnisse, sondern auch seine emotionale Gefühlswelt. Seine neue Adoptiv-Mutter fördert mit allen Kräften seine Football-Begabung – und tatsächlich sollte es Oher bis in die NFL schaffen.

"Blind Side" ist ein Drama, das ans Herz geht und dank einer grandios aufspielenden Sandra Bullock (Oscar!) auch so manche Längen überwindet. Gänzlich Klischee-frei ist der Film aber leider nicht geworden.

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Betty Anne Waters (2010)

Mit unvergleichlicher Willensstärke beginnt die arbeitslose Betty Anne Waters, ihren Highschoolabschluss nachzuholen und Jura zu studieren, um ihren zu Unrecht des Mordes beschuldigten Bruder aus dem Gefängnis zu holen. Wie bei "Ziemlich beste Freunde" ist es das unzertrennliche Band zwischen zwei Menschen, das beiden Seiten Kraft gibt und niemals aufgeben lässt. In "Betty Anne Waters" dominiert aber zunehmende Ausweglosigkeit das Geschehen, die Protagonist*innen stoßen immer wieder an seelische, aber auch gesetzliche Grenzen.

Dass ein Täter, der von Ex-Freundinnen beschuldigt wird, sich als unschuldig herausstellt, hat in Post-MeToo-Zeiten allerdings einen fahlen Nachgeschmack. Trotzdem: Hilary Swank schlüpft gewohnt souverän in die Rolle einer weiblichen Kämpfernatur. Wer weiß, wie es mit Betty Annes Bruder Kenny im wahren Leben weitergeht, dem wird einmal mehr bewusst, wie grausam ironisch das Leben manchmal sein kann. 

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The Wolf of Wall Street (2013)

Kult-Regisseur Martin Scorsese nimmt sich der wahren Geschichte des erfolgreichen Börsenmaklers, aber auch verurteilten Betrügers Jordan Belfort an, natürlich mit seinem Stammschauspieler Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle. Man braucht es eigentlich nicht erwähnen, aber was soll's: Herausgekommen ist eines der besten Bio-Pics und eine der besten Kapitalismus-Satiren der vergangenen Jahrzehnte.

Laut, frech, hedonistisch und zugleich nihilistisch, sexy, zynisch und mit einem Protagonisten, dessen Wesen zielsicher an alle nur vorhandenen Grenzen anrennt, ist "The Wolf of Wall Street" Popcorn-Unterhaltung und cineastisches Natur-Spektakel zugleich. Eine exzessive Bilder-Orgie an Luxus und verkommener Moral, nie trivialisierend, aber immer bestens unterhaltend. Scorsese und DiCaprio haben verstanden, dass die beste Parodie jene ist, bei der man nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll. 

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Die Kunst zu gewinnen – Moneyball (2011)

Da sich sein Baseball-Team keine Starspieler leisten kann, entwickelt Billy Beane, der Manager der Oakland Athletics, eine revolutionäre neue Strategie: Beane wählt Spieler nur nach deren Spielstatistik aus. Weil sie wegen anderer Gründe von anderen Baseball-Teams abgelehnt wurden, kann Beane sie preisgünstig einkaufen. Trotz finanzieller Unterlegenheit konnte Beanes Team Achtungserfolge erzielen. Im Sport sind diese Ereignisse als "Moneyball Years" bekannt.

Klingt trocken, ist aber überraschend fesselnd. "Die Kunst zu gewinnen – Moneyball" ist viel mehr ein emotional einfühlsames Drama über die Macht von Underdogs als ein actionreiches Sport-Spektakel. In der Rolle von Billy Beane überzeugt Top-Star Brad Pitt. 

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Pain & Gain (2013)

Dass es sich bei der verrückten Story um eine Entführung, die aufgrund unfassbarer Dummheit einer Bodybuilder-Bande scheiterte, tatsächlich um eine wahre Geschichte handelt, daran zweifelt "Pain & Gain" selbst an der einen oder anderen Stelle mit herrlicher Ironie. Diese Momente des Selbst-Nicht-Zu-Ernst-Nehmens sind leider viel zu spärlich eingesetzt, denn Regisseur Michael Bay kann aus seiner oberflächlichen und obenhin mit Testosteron vollgepumpten Haut einfach nicht heraus: 

Der Film handelt von Männern, die um jeden Preis den Amerikanischen Traum verwirklichen wollen. Dass dieser durch deren Unfähigkeit und die vielen skurrilen Geschehnisse aber vielmehr ad absurdum geführt und pervertiert wird, scheint Bay nicht ganz klar zu sein. Viel zu flach, zu oberflächlich und selbstverliebt präsentieren sich 90 Prozent der Action-Comedy. Zu beliebig ist die Inszenierung geworden. 

Dafür präsentiert er uns zeitlupen-affine Fights, abgeschnittene Gliedmaßen, genussvoll inszenierte Folterszenen und rasend-schnelle Autoverfolgungsjagden. Ist ja auch etwas! Wenigstens spielen Mark Wahlberg, Dwayne Johnson und Anthony Mackie herrlich selbstironisch.

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Hillbilly-Elegie (2020)

Regisseur Ron Howard erzählt eine intime Familiengeschichte, basierend auf dem autobiografischen Roman "Hillbilly Elegy: A Memoir of a Family and Culture in Crisis" von J. D. Vance. Wie es sich für ein Familien-Drama gehört, geht es hier um die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und den Konsequenzen, die kleine sowie größere Handlungen nach sich ziehen.

Still und leise, ein bisschen zu gewollt eindringlich und mit erhobenem moralischen Zeigefinger, stark dialoglastig, aber mit Glenn Close und Amy Adams toll besetzt, kommt "Hillbilly-Elegie" etwas zu auf Hochglanz poliert und auf Auszeichnungen abschielend daher. Mehr Biss und Mut zum Dreckigen hätte dem Film gut getan.

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Sieben Jahre in Tibet (1997)

Die Geschichte des Dalai Lama mal aus einem anderen Gesichtswinkel, wenn man so will. "Sieben Jahre in Tibet" stellt nämlich nicht "Seine Heiligkeit" in den Fokus, sondern den exzentrischen österreichischen Bergsteiger Heinrich Harrer, der zu Beginn des Zweiten Weltkrieges nach Tibet flüchtet, nachdem er vorher den Himalaya besteigen wollte, daran aber scheitert. Dort freundet er sich mit dem damals 11-jährigen Dalai Lama an und wird über die (sieben) Jahre hinweg selbst zum geläuterten Buddhisten. Der Film basiert auf Harrers Autobiographie.

Nicht ohne Pathos, aber trotzdem zum Nachdenken anregend ist "Sieben Jahre in Tibet" ein universeller und zeitloser Film über Läuterung, Glauben und die Macht der Freundschaft (Harrer und der Dalai Lama waren bis zu Harrers Tod befreundet). Neben dem jungen Brad Pitt sind nur die atemberaubenden Landschafts-Aufnahmen schöner.

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GoodFellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia (1990)

Martin Scorseses Mafia-Epos spannt einen eindrucksvollen Bogen von 1955 bis 1980. In seiner Antwort auf Francis Ford Coppolas "Der Pate" geht es um den rücksichtslosen Aufstieg des Mafioso Henry Hill. Scorsese legt viel Wert auf authentische Detail-Genauigkeit, weshalb "GoodFellas" als einer der besten Mafia-Filme aller Zeiten gilt.

Die Nähe zur Wirklichkeit ist nicht überraschend, basiert der Film doch auf Nicholas Pileggis Roman "Wise Guy – Der Mob von innen", der in enger Zusammenarbeit mit Hill selbst das Leben des ehemaligen Gangsters zu Papier brachte.

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Die Frau in Gold (2015)

Eine wahre Geschichte, die nicht zuletzt die Hollywood-Stars Ryan Reynolds und Helen Mirren für Dreharbeiten nach Wien holte: Im Fokus steht der nationsalsozialistische Kunstraub, dem bis heute in der Geschichtsschreibung zu wenig Beachtung geschenkt wird. Am realen Beispiel des Gustav-Klimt-Gemäldes "Die goldene Adele", das rund 60 Jahre lang im Belvedere zu bewundern war, zeigt der Film, wie zahlreiche jüdische Familien im Nationalsozialismus um ihr Erbe gebracht wurden.

Nicht immer faktengetreu, funktioniert "Die Frau in Gold" trotzdem als Allegorie für realitätsferne Bürokratie und herzlose Staats-Gier. Österreich kommt dabei aber nicht wirklich gut weg.

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True Story – Spiel um Macht (2015)

Selten ist Journalismus im echten Leben so spannend, nervenaufreibend und gefährlich wie in Filmen und Serien. Eine Ausnahme ist anscheinend das Leben des "New York Times"-Schreiberlings Michael Finkel – zumindest in Ansätzen: Am Tiefpunkt seiner Karriere tritt der Gefängnis-Häftling Christian Longo auf ihn zu. Longo soll seine Familie umgebracht haben – und hat sich bei seiner Inhaftierung als Finkel ausgegeben. Zwischen beiden Männern entsteht eine gefährliche Vertrauensbeziehung. 

Michael Finkel fasste seine unglaublichen Erfahrungen in einem Roman zusammen, der von Rupert Goold souverän, aber auch ohne jegliche Überraschungs- oder WOW-Momente verfilmt wurde. Die Spannung ist okay, aber im Gegensatz zu "Foxcatcher", der ebenfalls von einer realen Abhängigkeitsbeziehung zwischen zwei Männern handelt, kommt "True Story" wie ein gut gemeinter TV-Film rüber, dem es etwas an Ausrichtung, Fokussierung und Tiefe fehlt. An der psychologischen Oberfläche wird hier leider nur vorsichtig gekratzt.

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Die Ausgrabung (2021)

"Die Ausgrabung" nach dem gleichnamigen Roman von John Preston ist die wahre Geschichte der Witwe Edith Pretty, die 1938, kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, mit Hilfe des Selfmade-Archäologen Basil Brown auf ihrem weitläufigen Landsitz einen bedeutenden archäologischen Fund entdeckte, nämlich das Schiffs-Hügelgrab von Sutton Hoo. 

Ein im besten Sinn altmodischer Film, der wunderschön fotografiert und mit Ralph Fiennes, Carey Mulligan und Lily James top besetzt ist. Leider will "Die Ausgrabung" zu viel und verzettelt sich in zu viele Handlungsstränge. Trotzdem: Empfehlenswerter und vor allem anspruchsvoller Film, der mehr Aufmerksamkeit verdienen würde.

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American Hustle (2013)

Der zehnfach Oscar-nominierte Film von David O. Russell unternimmt eine in höchster Vollendung stilechte Zeitreise in die bunten 1970er und erzählt von einer wahren FBI-Geheimoperation, die Ende der 70er-Jahre zahlreiche korrupte Politiker zu Fall brachte. Passend zum Jahrzehnt verpackt er das Räuber-Gendarm-Politiker-Spiel in eine gnadenlose Satire, die vor Selbstsicherheit, aber niemals Selbstverliebtheit nur so strotzt, und dessen beeindruckendes Star-Ensemble (Amy Adams, Jennifer Lawcrence, Christian Bale, Bradley Cooper, Jeremy Renner, Robert De Niro) durch die Bank mehr als überzeugt. 

"American Hustle" ist skurrile Unterhaltung mit emotionalem Tiefgang und zugleich ein eskapistischer Genre-Film, der sich wiederum in keine Schubladen stecken lässt. Die Fakten werden freimütig erzählt, der Zeitgeist der Seventies ist dafür umso authentischer.

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Dunkirk (2017)

Seinem Motto "Blockbuster mit Anspruch" blieb Regisseur Christopher Nolan auch bei "Dunkirk" treu: Das Kriegs-Drama erzählt von dem historischen Moment während des Zweiten Weltkriegs, als die Nazis 1940 beinahe das gesamte britische Expeditionskorps in der französischen Hafenstadt Dünkirchen einkesselte.

Eigentlich ist "Dunkirk" kein Kriegsfilm, sondern ein Mix aus zwischenmenschlichem Drama und Suspense-Thriller. Nolan sprengte bei der Umsetzung so einige filmische und dramaturgische Zwangsjacken: Mit sehr wenigen Dialogen und (scheinbar?) ohne Schnitt verwebt der Film drei Erzähl-Perspektiven. Zudem gibt es nicht den einen Protagonisten, Nebenfiguren lassen sich keine ausmachen, womit Nolan den Zusammenhalt unter den Soldaten betonen möchte. 

Sehr intensiver und bildgewaltiger Film, der sich angenehm vom Kriegs-Film-Einheitsbrei abhebt.

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Apollo 13 (1997)

Ron Howard setzte bei seiner Verfilmung der Mond-Mission Apollo 13 im Jahr 1970, bei der es zu lebensbedrohlichen technischen Problemen kam, auf höchste Authentizität und Faktentreue, sogar Original-Dialoge wurden in den Film eingebaut.

Ein echter erfahrener Astronaut war als Berater am Film-Set tätig, zudem waren die Schauspieler (unter anderem Tom Hanks und Kevin Bacon) mit den damals noch lebenden Astronauten, die sie im Film darstellen, in Kontakt. Auch beim Setting wurde auf Detailtreue geachtet, zum Teil wurde sogar im echten Lyndon B. Johnson Space Center gedreht. Besonders cool: Die Szenen, in der die Protagonisten in Schwerelosigkeit schweben, wurden tatsächlich in echter Schwerelosigkeit gedreht. Aus gutem Grund also ist "Apollo 13" der bis heute bekannteste Film über die NASA.

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Nächster Halt: Fruitvale Station (2013)

Michael B. Jordan spielt den 22-jährigen Schwarzen Oscar Grant, der in der Silvesternacht 2008/2009 Opfer rassistischer Polizei-Gewalt wurde. Der/Die Zuseher*in begleitet ihn während seiner letzten 24 Stunden.

Das Lexikon des Internationalen Films fasst "Fruitvale Station" treffend zusammen: "Eine ungemein dichte Milieudarstellung, die den Figuren nahekommt, ohne sie zu verklären, und Rassismus schlüssig als unterschwelliges, fest etabliertes Phänomen der US-Gesellschaft darstellt.“

Ein Film, der schockiert, wütend macht und hoffentlich zum Handeln anregt.

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