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06/14/2021

Game on: Die 10 besten Videospiel-Verfilmungen

Von der Konsole auf die Leinwand: Diese eigentlich virtuellen Welten entpuppten sich als cineastische Großtaten.

von Manuel Simbürger

Man muss es an dieser Stelle ehrlich sagen: Videospiel-Verfilmungen gehen meist gehörig in die Hose. Entweder wird die Atmosphäre des zugrundeliegenden Games nicht adäquat für die Leinwand adaptiert, es wurden zu viele Änderungen vorgenommen oder die Schauspieler*innen werden den überlebensgroßen Charakteren aus der virtuellen Welt nicht gerecht.

Manchmal eignet sich aber auch die Story des Spiels an sich nicht für eine filmische Umsetzung, die interessant genug ist. Man denke zum Beispiel an "Street Fight – Die entscheidende Schlacht" (aus 1994) oder natürlich an den Mega-Flop "Super Mario Bros." (1993). Oder natürlich an Uwe Boll. Da passte wirklich gar nichts.

Es gibt aber, wie so oft, auch die berüchtigten Ausnahmen von der Regel. Filme, die genauso begeistern und in ihren Bann ziehen wie die Spiele, auf denen sie basieren. Da hat man dann plötzlich wirklich das Gefühl, in die virtuelle Welt geschleudert zu werden, dass die Konsolen-Idee plötzlich auf der Leinwand zum Leben erwacht und man fühlt sich in seiner Meinung bestätigt, dass man zuhause eigentlich eh nie gespielt, sondern einem Film beigewohnt hat.

Filme, die eben richtige Game-Changer sind. Man darf gespannt sein, in welchem Lager sich die für Anfang 2022 angekündigte Verfilmung des Spiele-Hits "Uncharted" mit Tom Holland einordnen wird.

Die 10 besten Videospiel-Verfilmungen:

Resident Evil (2002)

Bereits sechs Teile umfasst die Realfilm-Reihe "Resident Evil", die natürlich auf dem gleichnamigen Kult-Game basiert und bei dem es vor allem um eines geht: Zombies niederzumetzeln – und sich vor Angst nicht in die Hosen zu machen! Denn sowohl Game als auch Filme sind puristischer Gruselspaß, bei dem man lieber die Lichter anlassen sollte. 

Obwohl an den Kinokassennicht der stärkste, ist der erste Teil der Reihe der beliebteste unter den Fans. Schon hier begeisterte als an Amnesie leidende Protagonistin und Hau-drauf-Heldin Alice das Ex-Model Milla Jovovich, die dank der "Resident Evil"-Marke zum Megastar und Gesicht des Survial-Horror-Genres wurde. Gut so, denn Jovovich umgibt hier eine wölfische Aura, inklusive seelischen Brüchen und Narben. Ihr zur Seite steht, kämpft und flucht keine Geringere als der spätere "Fast & Furious"-Star Michelle Rodriguez. 

Der Film ist ein gekonnter Mix aus Action, Trash und Unterhaltung, orientiert sich stark (im Gegensatz zu seinen Nachfolgern) am Spiel, verknüpft Bekanntes aber auch mit Neuem, ohne dabei irritierend zu wirken. Für Fans von grenzenlosem Horror, ausschweifenden Blutbädern und aberwitzigen Actionszenen ein Muss!

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Warcraft: The Beginning (2016)

Das Echtzeit-Strategie- beziehungsweise das MMORP-Game "Warcraft" gehört zu den beliebtesten Videospielen ever, das Franchise hat in den vergangenen Jahren unter anderem auch Comics, Bücher und sonstige Merchandise-Artikel auf den Markt gebracht – und natürlich die bildgewaltige und temporeiche Kino-Verfilmung, die das Unmögliche möglich machte: nämlich selbst Hardcore-Fans zu überzeugen und den schlechten Ruf des Videospiel-Film-Genres zumindest etwas abzuschwächen.

Das Fantasy-Spektakel handelt vom ersten Krieg zwischen Menschen und Orcs. Visuell ist "Warcraft: The Beginning" eine Wunderreise, die ihre Game-Wurzeln ernst nimmt und mit großem Respekt und viel Liebe zum Detail auf die große Leinwand transportiert. Die Action- und Kampfszenen überzeugen auf ganzer Linie. Ein echtes Freudenfest sowohl für Genre-, als auch für Game-Fans und eine atmosphärische tiefe Vorbeugung vor dem Basis-Stoff (von dem man aber Ahnung haben sollte, um vollends in die Handlung eintauchen zu können).

Kosten und Mühen wurden hier übrigens keine gescheut, ganze 160 Millionen US-Dollar kostete der Spaß. Das hat sich im wahrsten Sinne ausgezahlt, "Warcarft: The Beginning" ist bis heute die erfolgreichste Videospiel-Verfilmung aller Zeiten. 

"Warcraft: The Beginning" kannst du auf Amazon Prime kaufen oder ausleihen. 

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Prince Of Persia: Der Sand der Zeit (2010)

Jake Gyllenhaal in einer seiner wenigen Actionrollen – aber auch in diesem Genre stellt der Schauspieler sein Ausnahme-Talent unter Beweis: Als der junge Prinz Dastan muss er sich gegen seinen machthungrigen Onkel Nizam (Ben Kingsley) zur Wehr setzen, der sich unbedingt den Sand der Zeit unter den Nagel reißen will: ein magisches Artefakt, das es erlaubt, die Zeit zurückzudrehen – unendliche Macht wäre somit inbegriffen. Klar, dass der muskelbepackte Draufgänger Dastan das nicht zulassen kann...

Der Film erzählt im Vergleich zu den legendären Games eine umfangreichere Vorgeschichte des Prinzen, was natürlich allen voran seinem Star Gyllenhaal zugute kommt, der hier sowohl physisch als auch emotional einen darstellerischen Kraftakt vollzieht. Der Film selbst ist ein geradlinig erzähltes Action-Spektakel mit hohem Tempo, überzeugenden Effekten und fetziger Action. Kurzweiliger Popcorn-Spaß!

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Phoenix Wright: Ace Attorney (2012)

Bei "Phoenix Wright" handelt es sich um eine beliebte Gerichtssimulation-Game-Reihe aus Japan. Der Realfilm basiert auf dem ersten Teil der Reihe: Die Mentorin des jungen Anwalts Phoenix Wright wurde ermordet, deren Schwester, ein Medium, gilt als Hauptverdächtige. Wright muss diese nun vor dem hohen Gericht verteidigen und muss dabei gegen Miles Edgeworth antreten, Wrights Freund aus Kindheitstagen und mittlerweile Star-Anwalt. Plötzlich aber gerät Edgeworth selbst in Verdacht ...

Der sowohl bei Publikum als auch Kritiker*innen beliebte Film atmet den Geist der Videospiele und schafft es, Humor mit Gerichtsdrama zu verbinden, darf aber auch als Satire über das japanische Rechtssystem verstanden werden. Fans der Games erfreuen sich am Wiedererkennungswert, das neu dazu gestoßene Publikum wird aber genauso kurzweilig unterhalten. Frisch, einprägsam und teils lustvoll überkandidelt!

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Halo 4: Forward Unto Dawn (2012)

Zugegeben, "Halo 4: Forward Unto Dawn" ist kein Film, sondern eine Serie – aber derart überzeugend umgesetzt, dass wir sie einfach mit auf diese Liste nehmen müssen. 2010 gab es bereits eine erste Serie, die im Halo-Universum spielte ("Halo Legends"), 2014 folgte der Abschluss mit der Mini-Serie "Halo: Nightfall" (mit Mike Colter!), von niemand geringerem inszeniert als Ridley Scott und David Zucker ("Die nackte Kanone"). Übrigens: Einen "Halo"-Film hätte es auch geben sollen, daraus wurde letztendlich aber "District 9".

Erzählt wird die Vorgeschichte von "Halo 4", im Fokus steht Master Chief: Wir befinden uns im Jahr 2525, Menschen haben es sich auf fremden Planeten gemütlich gemacht. Doch Unruhen, die durch Militärunterstützung niedergeschlagen werden sollen, bedrohen den Frieden in der Galaxie. Thomas Lasky, ein junger Kadett der Corbulo Militärakademie der United Nations Space Command, und seine Kameraden werden während des Angriffs einer unbekannten Alienrasse vom Master Chief, einem geheimnisvollen Supersoldaten, gerettet  – und kämpfen fortan um ihr Leben und den Fortbestand der Menschheit.

Tolle Special Effects, beeindruckende Optik, überzeugende Darsteller*innen, spannende Story: Mit viel Liebe und vielen Querverweisen auf das Game zeigen Microsoft Studios, dass Videospiel-Firmen bitte öfter an den Game-Verfilmungen beteiligt sein sollten. Eine liebevolle Hommage an "Halo", die noch tiefer in die Materie eindringt!

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Silent Hill – Willkommen in der Hölle (2006)

Neben "Resident Evil" ist "Silent Hill" das bekannteste und gefeiertste Survial-Horror-Game, in dem es zwar nicht um Zombies geht, aber dafür um innere Dämonen und die Abgründe des menschlichen Charakters. Gruselig und nervenzerfetzend ist das Ganze aber trotzdem, wenn nicht sogar umso mehr: Wie das Spiel spart auch die Verfilmung nicht mit perfiden Schockmomenten, einer abgrundtief düsteren sowie poetisch-surrealen Atmosphäre und ambitioniertem Mut zum Radikalen. Ja, "Silent Hill" ist ein Alptraum – aber ein gelungener!

Die Handlung basiert eher lose auf dem Game: Rose besucht die titelgebende Stadt, weil deren Name von der schlafwandelnden Tochter immer wieder angstvoll geflüstert wird. Statt Zivilisation findet sie nur einen dichten Aschenebel vor, auch von der Tochter fehlt plötzlich jede Spur. Rose will Antworten und will eben diese in Silent Hill finden – eine Entscheidung, die alles verändert, denn dort jagt ein Grauen das nächste ...

Toll: Abgesehen von Johnny Cashs "Ring of Fire" stammen sämtliche Musiktitel aus den Games!

"Silent Hill" gibt es auf Amazon Prime zum Ausleihen oder Kaufen. 

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Final Fantasy: Die Mächte in dir (2001)

Die "Final Fantasy"-Game-Reihe gilt als Meilenstein unter den Videospielen: Die bahnbrechende Optik war ihrer Zeit weit voraus, die Story für das Genre sehr komplex und mitreißend. Auch die Animations-Verfilmung "Final Fantasy: Die Mächte in dir" ist eine optisch imposante Großtat und einer der ersten aufwendig computeranimierten Streifen: Hier ist jedes Haar einzeln berechnet! Das war damals nichts weniger als eine Revolution und der Stil des Films hat auch 20 Jahre später nichts von seinem Reiz verloren. Der Film nimmt sich aber auch Zeit für stille, ruhige und gar zärtliche Atemzüge.

Und darum geht's: Im Jahre 2065 ist die Erde ein Ort der Zerstörung und des Chaos. Die Städte sind verlassen, ganze Landstriche verwüstet. Die wenigen Menschen, die übrig geblieben sind, kämpfen ums Überleben. Es gibt aber eine Hoffnung: die Wissenschaftlerin Aki Ross. Gemeinsam mit einer Kampftruppe liefert sie sich gegen die Aliens ein zermürbendes Rennen gegen die Zeit.

"Final Fantasy: Die Mächte in dir" kannst du auf Amazon Prime leihen oder kaufen. 

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Pokémon: Meisterdetektiv Pikachu (2019)

Filme über die quietschbunten, mächtigen und mehr oder weniger niedlichen Fantasiewesen (sowie Nintendo-Spielklassiker) gab es schon so einige, "Pokémon: Meisterdetektiv Pikachu" ist aber der erste Pokémon-Realfilm:

Basierend auf dem gleichnamigen Videospiel erzählt die Story von Versicherungsmakler Tim Goodman (der eigentlich lieber Pokémon-Trainer werden wollte, was sonst?!) und Pikachu – seines Zeichens nicht nur das süßeste unter den Pokémon-Vierchern, sondern auch ein Meisterdetektiv. Pikachu war der Partner von Tims Vater, der unter mysteriösen Umständen nach einem Autounfall verschwand. 

Das Fantasy-Abenteuer ist ein Mix aus Real- und Animationsfilm und laut Rotten Tomatoes die beste Videospiel-Verfilmung ever. Auch an den Kinokassen war "Pokémon: Meisterdetektiv Pikachu" höchst erfolgreich. Zum Fürchten gibt's hier nicht wirklich etwas, schließlich soll die gesamte Familie angesprochen werden. Mit viel Liebe zum Pokémon-Franchise, harmlosem, aber charmantem Humor und spannendem Kriminalfall verwebt der Film Realität und Fantasy und lässt vor allem Fan-Herzen höher schlagen.

Das Herz des in vielen Szenen sehr berührenden Streifens ist natürlich der knuddelige Pikachu, der im Original von Ryan Reynolds gesprochen und gar dargestellt wird: Seine Gesichtsausdrücke wurden mit Motion Capture auf das Pokémon übertragen.

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Tomb Raider (2018)

Denkt man an die Verfilmungen der legendären "Tomb Raider"-Games, mag vor dem geistigen Auge zwar als erstes Angelina Jolie im hautengen Abenteuer-Outfit erscheinen, aber der Reboot der Film- beziehungsweise Game-Reihe 2018 ist seinen Vorgängern in Sachen Qualität um einiges voraus:

Diesmal ist es Oscar-Preisträgerin Alicia Vikander, die in die Rolle der globetrottenden jungen Archäologin Lara Croft (die wahrscheinlich berühmteste Game-Heldin aller Zeiten!) schlüpft – zwar immer noch körperbetont, aber bereits um einiges realistischer (Stichwort: Brustumfang!), mit bedeckterer Kleidung und Mut zur Schwäche. Schon allein deshalb wirkt die 2018er-Version der Games um einiges zeitgemäßer, moderner und zugänglicher, besonders für ein weibliches Publikum. 

Im Grunde ist "Tomb Raider" die Origin-Story von Lara Croft, die hier immer noch selbstbewusst, autark und natürlich abenteuerlustig sein darf, aber dafür um einiges geerdeter, dreidimensionaler und authentischer rüberkommt. Vikander spielt und schwitzt sich die Seele aus dem Leib, ihr starkes Spiel lässt über die eine oder andere Schwäche im Drehbuch und bei den CGI-Effekten hinwegsehen. 

Also: Zu Unrecht im Kino gefloppt. Ein zweiter Teil soll trotzdem folgen – mit einer weiblichen Drehbuchautorin!

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Need for Speed (2014)

Der Automechaniker Tobey Marshall (Aaron Paul) wird nach zwei Jahren aus dem Gefängnis entlassen. Sein einziger Gedanke: Rache! Denn er saß nur im Kittchen, weil ihm der reiche Ex-NASCAR-Rennfahrer Dino Brewster (Dominic Cooper) einen Mord anhing. Tobey möchte es ihm heimzahlen – und eine schonungslose Verfolgungsjagd beginnt, bei der auch die Polizei mitspielt ... ähm, -rast. Es geht um nichts weniger als Leben und Tod ...

"Need for Speed" ist das erfolgreichste Car-Racing-Game aller Zeiten, die Verfilmung kennen leider nicht gar so viele Menschen – ein bisschen zu Unrecht: Zwar erfindet der Film das Action-Genre nicht neu und will ein bisschen zu offensichtlich mit dem großen "Fast & Furious"-Bruder mithalten, mit dem sich "Need for Speed" die Zielgruppe teilt, aber was soll's.

Rasant-furiose Autorennen, atemberaubende Stunts (völlig ohne CGI-Tricks!), stylishe Action und ein wie immer intensiver Aaron Paul lassen das Publikum keine Sekunde verschnaufen und sorgen für hohen Puls von Beginn an! 

Kurz: Ein filmisches Vergnügen auf der Überholspur! 

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