Squid Game - ein Spiel um Leben und Tod

© APA/AFP/PIERO CRUCIATTI

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12/23/2021

Jahresrückblick: Die 13 besten Netflix-Serien 2021

Auch in diesem Jahr bescherte uns Netflix einige Top-Serien, die Hoffnung auf mehr machen.

von Manuel Simbürger

Kein Jahr ohne die Welt dominierenden Netflix-Hit: 2021 kam an der südkoreanischen Blutsuppen-Orgie "Squid Game" wirklich niemand vorbei, der Streaming-Gigant schaffte es also einmal mehr, in aller Munde zu sein und uns diverse Lockdowns zumindest halbwegs erträglicher zu machen.

Aber auch mit anderen Serien erregte Netflix Aufmerksamkeit: "Sweet Tooth" beispielsweise ist ähnlich wie "Squid Game" ein Mix aus Kinderfantasie und Horror-Trip, "Lupin" entfachte in uns erneut das Krimi-Fieber, "Sex/Life" so manch andere Dinge und "Maid" präsentierte uns mit Margaret Qualley eine Nachwuchs-Schauspielerin, von der wir noch viel hören werden.

Wir sagen also: Danke Netflix für ein weiteres unterhaltsames und reflektiertes Serienjahr und freuen uns auf das, was da noch kommen mag – und das ist eine ganze Menge...

Die 13 besten Serien 2021 auf Netflix:

Shadow and Bone – Legenden der Grisha

"Shadow and Bone" ist eine Serien-Adaption der Grisha-Trilogie und der Krähen-Dilogie der Autorin Leigh Bardugo. Das Fantasy-Drama überzeugt mit einer spannend-düsteren Magie-Welt, einem detailverliebten Universum und vielschichtigen Figuren.

Die Zielgruppe sind zwar Jugendliche, aber trotzdem scheut sich die Serie nicht davor zurück, zumindest zwischen den Zeilen heikle Themen wie Misshandlung, Korruption, Manipulation, Menschenhandel und die Macht der Propaganda zu behandeln. Keine Sorge: Auch die Kampfszenen können sich mehr als sehen lassen!

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Sweet Tooth 

Die Welt ist zusammengebrochen – die Folge: Es wurden Hybriden geboren, also Kinder, die Mischwesen aus Mensch und Tier sind. Wie der kleine Gus zum Beispiel, der Junge mit dem Hirschgeweih. Auf der Reise durch ganz Amerika sucht er Antworten – über seine Herkunft und darüber, was Zuhause wirklich bedeutet. 

Die Verfilmung der gleichnamigen skurrilen sowie düster-bedrückenden DC-Comicreihe steht der Vorlage um nichts nach und ist ein postapokalyptisches Märchen über Toleranz, Fremdenhass und Heimat... Achtung: Die Gewaltszenen sind überraschend brutal, der befreiende Humor, der sich durch die Folgen zieht, ist also bitter nötig. 

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Lupin 

Der Überraschungshit aus Frankreich rund um den Pariser Assane Diop (präsent bis über den Bildschirm hinaus: Omar Sy), der sich von der literarischen Figur Lupin inspirieren lässt, um Meisterdieb zu werden, verbindet französischen Charme und Witz mit einer spannenden und modernisierten Robin-Hood-Story, die in jede Minute so viel Suspense wie möglich packt, dabei aber niemals auf verspielte Leichtigkeit vergisst. Die zahlreichen Twists sorgen für ebenso zahlreiche schlaflose Nächte.

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Young Royals

Als Prinz Wilhelm (Edvin Ryding) auf das renommierte Internat Hillerska geht, hat er endlich die Gelegenheit herauszufinden, wer er wirklich ist und was er aus seinem Leben machen will. Wilhelm beginnt, von einer Zukunft voller Freiheit und bedingungsloser Liebe fernab aller höfischen Verpflichtungen zu träumen. Doch als er plötzlich in der Thronfolge an die erste Stelle rückt, nimmt sein Dilemma ernste Züge an, denn er muss sich zwischen Liebe und Pflicht entscheiden.

Feinfühliges Coming-of-Age-Drama aus Schweden vor royaler Kulisse, das auf Authentizität, sanft-zerbrechlichen Charme und Herzensangelegenheiten jenseits der heterosexuellen Norm setzt. Wer allerdings auf picksüßen Kitsch á la "A Christmas Prince" steht, wird enttäuscht sein.

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Inside Job

"Inside Job" ist eine bitterböse und messerscharfe Satire über Verschwörungstheorien im ebenso frechen Animationsstil – eine Serie also, die aktueller nicht sein könnte und die aktuelle Lage der Gesellschaft mit einem befreienden Augenzwinkern kommentiert. Weil zwischendurch müssen wir in all der Dunkelheit auch mal lachen dürfen. Das Besondere: Sowohl Schwurbler als auch Conspiracy-GegnerInnen werden an der Comedy ihre größte Freude haben.

Im Fokus steht die (sehr chaotische) Schattenbehörde Cognito Inc., dessen Aufgabe es ist, die Verschwörungstheorien dieser Welt geheim zu halten. Reale Verschwörungstheorien werden organisch in die Serie eingebaut und derart ernst genommen, dass sie natürlich jegliche Ernsthaftigkeit vermissen lassen. Hintergründig, verspielt und am Puls der Zeit.

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Halston

Die Miniserie von Ryan Murphy mit einem grandios aufspielenden Ewan McGregor in der Hauptrolle erzählt die Geschichte des legendären Modedesigners Halston, der seinen markanten, frei erfundenen Namen zum Symbol eines weltweiten Modeimperiums machte. Das Label, das für Luxus, Sex, Status und Ruhm stand, definierte das New York der 1970er- und 1980er-Jahre – bis eine feindliche Übernahme dafür sorgte, dass er um sein wertvollstes Gut kämpfen musste: die Kontrolle über den eigenen Namen. 

Ganz in Murphy-Manier präsentiert sich "Halston" selbstbewusst glamourös, visuell ausschweifend und moralisch äußerst komplex. Das Over-the-Top-Prinzip wird hier zur Kunstform hochsterilisiert, der Mangel an Substanz eigentlich schon dramaturgisch beabsichtigt. Eine Reise in eine Zeit, in der Schein mehr galt als Sein.

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Squid Game

Wenn unschuldige Kinderspiele plötzlich zum verstörenden, blutvergießenden Höllentrip werden, dann können wir nicht anders, als zugleich abstoßend als auch faszinierend dabei zuzusehen – und scheinbar geht's uns hier allen gleich: Ein Monat nach Erscheinen konnte die südkoreanische Psycho-Action-Thriller-Serie rund 142 Millionen Zugriffe verzeichnen und sich so den Titel der erfolgreichsten Netflix-Serie aller Zeiten sichern.

Der omnipräsente und alles verschlingende Kontrast zwischen perfider Brutalität und leichtfüßig-infantiler Unterhaltung macht die Faszination der Serie aus, gleichzeitig ist "Squid Game" laut PsychologInnen als bitterböse Kapitalimus-Kritik zu verstehen, die trotz aller Misanthropie am Ende Hoffnung verleiht.

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Arcane

Als neue Erfindungen die Revolution gefährden, eskalieren die Spannungen zwischen zwei Städten. Während in Piltover die Magie durch Hextech demokratische Züge erhält, verwandelt in Zhaun eine Droge Menschen in Monster. Dabei erweckt Arcane einige der berühmten Figuren aus "League of Legends" zum Leben.

Die animierte Serie, die auf der Welt des Onlinespiels "League of Legends" basiert, offenbart eine komplexe Welt voller moralischer Entscheidungen, atemberaubender Animationen sowie spannender Geschichten und haucht einigen der berühmten Figuren aus "League of Legends" auf faszinierende Weise Leben ein.

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Maid

Nach wahren Begebenheiten: Die alleinerziehende Mutter Alex (Margaret Qualley) muss sich als Reinigungskraft mehr schlecht als recht über Wasser halten und obendrein einer missbräuchlichen Beziehung entkommen, was zur Folge hat, dass sie und ihre kleine Tochter plötzlich kein Dach mehr über den Kopf haben. Doch Alex gibt nicht auf und setzt alles daran, um für sich und ihre Tochter ein besseres Leben zu schaffen...

Mit der emotionalen und doch humorvollen Perspektive einer verzweifelten, aber entschlossenen Frau gibt diese Serie den ZuschauerInnen einen unverfälschten und inspirierenden Einblick in die Widerstandsfähigkeit einer Mutter. "Maid" geht mit dem ernsten Thema sehr verantwortungsvoll um und schaut auch dort nicht weg, wo es andere Serien getan hätten. Die Performance von Qualley ist über jede Kritik erhaben.

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Midnight Mass

Vom "Spuk in Hill House"-Schöpfer: Die ohnehin bereits vorhandenen Zwistigkeiten in Crocket Island, einer kleinen, auf einer abgeschiedenen Insel lebenden Gemeinde, verstärken sich zusätzlich durch die Rückkehr eines in Ungnade gefallenen jungen Mannes (Zach Gilford) und der Ankunft eines charismatischen Priesters (Hamish Linklater). Vater Pauls Erscheinen auf Crockett Island fällt mit unerklärlichen und scheinbar wundersamen Ereignissen zusammen und erweckt bei den InselbewohnerInnen einen religiösen Eifer. Doch die Wunder haben ihren Preis... 

Eine langsam, aber dafür umso bedrohlicher vor sich hin köchelnde Parabel über Trauer und Glauben, die sich tief in Herz und Seele bohrt, nachdenklich macht und einem so schnell nicht mehr loslässt. 

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Die Schlange 

Die Miniserie nach wahren Begebenheiten erzählt die Geschichte des eiskalten und Hippie-hassenden "Bikini-Killers" Charles Sobhraj (Tahar Rahim), der in den 1970er-Jahren in Thailand TouristInnen ermordete, und von den außerordentlichen Anstrengungen, ihm das Handwerk zu legen. Nervenzerreißende Thriller-Spannung auf sehr hohem Niveau, die nicht zuletzt durch schicke Optik und verschiedene Zeitebenen, die nicht chronologisch verlaufen, punktet. Fordert und unterhält gleichermaßen.

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Sex/Life

Die Erotik-Serie wird unter Fans und KritikerInnen als neues "Fifty Shades of Grey" gehandelt, nur halt in Serienform. Aber keine Angst, die Darstellung von Intimität und Sexualität (und davon gibt es in der Serie reichlich!) sowie die Figurenzeichnung ist um ein Vielfaches komplexer, vielschichtiger und feinfühliger als im BDSM-Softporno-Streifen. Auch wenn wir zugeben, dass wir an eine ganz bestimmte... ähm... große Szene immer noch gerne denken...

Es geht um Ehefrau und Mutter Billie Connelly, die zusammen mit ihrem Mann ihr Sexleben völlig umkrempelt und jene wilden Fantasien auslebt, die sie eigentlich mit ihrem Ex-Freund erlebt hat. Ein provokanter Blick auf weibliche Identität und Lust.

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Katla

Ein Jahr nach dem ersten Ausbruch des subglazialen Vulkans Katla in Island sucht Gríma noch immer nach ihrer vermissten Schwester, die an dem Tag verschwand, als die ständigen Eruptionen begannen. Eines Tages bekommen die BewohnerInnen der Umgebung plötzlich unerwarteten Besuch – denn unter dem Gletscher ist möglicherweise etwas verborgen, das sich niemand auch nur ansatzweise hätte vorstellen können...

Die erste isländische Netflix-Serie ist ein packender Mystery-Thriller vor einer malerischen Naturkulisse.

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