Chantal Akerman

Ein privates Dokument einer Tochter über ihre Mutter, ein Film über die Endlichkeit, die Hillfosigkeit und die Heimatlosigkeit.

Delphine and Carole

— Delphine et Carole, insoumuses

Es soll Jean Genet gewesen sein, der Carole Roussopoulos veranlasste, eine Kamera zu kaufen; jedenfalls war er Protagonist ihrer ersten Videoarbeit GENET PARLE D’ANGELA DAVIS (1970).

In den 70er und frühen 80er Jahren traf kein Genre den Geist und die Gelüste des cinephilen Publikums so exakt wie die road movies.

D as bewegende Kinodebüt (und eines der Meisterwerke) von Chantal Akerman. Ein Film über Abstoßung und Anziehung, minimalistisch und voller Tabubrüche.

Porto, die alte portugiesische Hafenstadt mit ihrer mysteriösen, fast morbiden Atmosphäre ist der Ort, an dem Jake und Mati aufeinandertreffen. Beide sind fremd in der Stadt, beide sind Außenseiter, und beide sind auf der Suche. Als sie sich begegnen, ist es Anziehung, ja, Liebe auf den ersten Blick. Fremd, doch zugleich vertraut, stürzen sie sich Hals über Kopf in eine Affäre. Es ist nur eine einzige Nacht, die sie miteinander verbringen. Aber die Zeit scheint still zu stehen. Mit Blicken, Gesten und Worten schaffen sie eine geheimnisvolle und doch unauflösbare Verbindung. Die Vergangenheit lässt sich nicht zurückholen, aber die glücklichen und leidvollen Erinnerungen hinterlassen bei beiden ihre Spuren. Für immer.

Die kollektive Erinnerung, die der Film gegen die Verdrängungen der Elterngeneration wach halten will, betrifft die Erinnerungen an den Holocaust und an all die Verluste, die vorausgingen.

Delphine Seyrig der Kamera gegenüber. Ihre Stimme. Worte von Sylvia Plath. Korrespondenz Mutter-Tochter. Delphine und ihre Nichte Coralie

Annas Begegnungen

— Les Rendez-vous d'Anna

Hotelzimmer, Telefongespräche, Zufallsbekanntschaften und, dies vor allem, Ansichten von Siedlungsgebieten, Stadtlandschaften.

Die kollektive Erinnerung, die der Film gegen die Verdrängungen der Elterngeneration wach halten will, betrifft die Erinnerungen an den Holocaust und an all die Verluste, die vorausgingen.

Annas Begegnungen

— Les Rendez-vous d'Anna

Hotelzimmer, Telefongespräche, Zufallsbekanntschaften und, dies vor allem, Ansichten von Siedlungsgebieten, Stadtlandschaften.

Eine ganze Nacht

— Toute une nuit

Eine Enzyklopädie der Sehnsüchte, eine Recherche über die Gesten des Begehrens und Verwehrens, v. a. aber ein Versuch, gegen das Gefühl der Entfremdung und Verein-samung anzufilmen.

Jeanne Dielman

— Jeanne Dielman, 23, Quai du Commerce 1080 Bruxelles

Eine einsame verwitwete Hausfrau erledigt ihre täglichen Aufgaben, kümmert sich um ihre Wohnung, in der sie mit ihrem jugendlichen Sohn lebt, und wendet gelegentliche Tricks an, um über die Runden zu kommen. Langsam bricht ihr ritualisierter Tagesablauf auseinander.

Chantal Akerman hat in ihrem Werk bereits mehrmals die innere und äußere Geografie der Vereinigten Staaten bereist. Dieser Film sollte ursprünglich ein Porträt der amerikanischen Südstaaten werden

Ein privates Dokument einer Tochter über ihre Mutter, ein Film über die Endlichkeit, die Hillfosigkeit und die Heimatlosigkeit.